Pfarrer bricht eine Lanze für die Jäger

Herzerfrischender Gottesdienst mit Hubertusfeier und der Jagdhornbläsergruppe Backnang

Jagdhornbläsergruppe der Kreisjägervereinigung Backnang beim Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Kirchenkirnberg. Foto: J. Fiedler

Von Jörg Fiedler

 

KIRCHENKIRNBERG. Zu einem herzerfrischenden Gottesdienst mit Hubertusfeier haben gestern in der evangelischen Kirche in Kirchenkirnberg nicht nur die Jagdhornbläsergruppe Backnang der Kreisjägervereinigung Backnang, sondern auch Pfarrer Steffen Kaltenbach beigetragen. Dieser brach während seiner Predigt eine Lanze für die Jäger allgemein.

Der Brauch, dass die Hubertusfeier im Gebiet zwischen der Gemeinde Weissach im Tal und der Stadt Murrhardt mit einem Gottesdienst gemeinsam gefeiert wird, geht auf die Initiative von Kreisjägermeister Werner Stark zurück. Nach seinem Amtsantritt 2007 führte er viele Gespräche mit den Kirchengemeinden, um die immer freitagabends stattfindenden Bläsergastspiele zur Hubertusfeier jetzt gemeinsam in einem Gottesdienst am Sonntag zu hören, bei dem auch die Landwirte für einen Besuch Zeit finden. Seither wechselt die Kirche jeweils in den zugeordneten vier Hegeringen mit Backnang, Weissacher Tal, Sulzbach an der Murr und Murrhardt.

Die musikalische Umrahmung mit liturgischen Stücken gestaltete die Jagdhornbläsergruppe Backnang unter der Begleitung von Peter Wilz und Werner Arndt. Ein Gottesdienst der von den Jagdhörnern aber vor allem von Pfarrer Steffen Kaltenbach geprägt wurde. In seiner Predigt sprach er treffend den Zwiespalt in der Gesellschaft zwischen Jägern mit ihrer waidgerechten Hege und der übrigen Bevölkerung an. „Was bei dem einem zum Waidwerk gehört, ist dem Anderen grausames Töten von Angesicht zu Angesicht.“

Kaltenbach erlaube zwar den Vegetariern diese Kritik, aber allen anderen und den strengen Veganern empfehle er, zuerst einen Blick hinter die Kulissen der Massentierhaltung und die der Schlachthöfe zu werfen. Kaltenbach weiter: „Welches artgerechte Leben kann ein Rehbock führen, bis er eines Tages dem Jäger vor die Büchse läuft.“ Wenn heute an Hubertus erinnert wird, an seinen Auftrag zur waidgerechten Bewahrung der Schöpfung, so sollte man noch dringender sehnend Ausschau nach den Heiligen der Großmäster und Massenschlachtbetriebe halten. „Unser aller Sehnsucht nach einer heilen Welt: Sie wird immer von der Wirklichkeit gebrochen sein, in der wir Leben und die wir zu verantworten haben.“

Am Anfang des Gottesdienstes sprach Kreisjägermeister Werner Stark einleitende Worte, insbesondere erläuterte er den Begriff Hege mit seinem Auftrag: Hege bedeutet, Maßnahmen, die die Lebensgrundlage von Wildtieren betreffen. Im Jagdrecht verpflichtet das Hegegebot die Jäger, der Artenvielfalt der Wildtiere nicht zu schaden. Und Jäger seien keine wilden und zügellosen Jagdgenossen, die auf alles Wild schießen würden, sondern sie stünden mit ihrem Dienst in der Verantwortung vor dem Schöpfer. Die Lesung aus Jesaja 35, 3-8+10 übernahm Hegeringleiter Sascha Willkomm.

Anschließend lud die Kreisjägervereinigung zum Mittagessen mit Schüsseltreiben und Mittagsbüfett in die Kirchenkirnberger Gemeindehalle ein.