TSG-Turner in einem anderen Metier

Architektur-Student Robert Steiner möchte mit einer Kommilitonin eine Grundschule für Waisenkinder in Tansania bauen

Robert Steiner ist ein engagierter Turner, denn seit knapp 14 Jahren geht er für die TSG Backnang an die Geräte. Nun setzt sich der 24-jährige Sportler, der zur Riege der Murrtaler in der Dritten Bundesliga gehört, für ein soziales Projekt ein.

Für die TSG Backnang macht Robert Steiner die Sprünge. Nun engagiert sich der Drittliga-Turner für ein soziales Projekt.Foto: C. Cocks

Von Heiko Schmidt

Die Drittliga-Saison für die Backnanger Turner beginnt am 17. Juni mit dem Wettkampf beim TV Bühl. Bis dahin steht für Robert Steiner nicht nur der Sport, sondern im Rahmen seines Studiums Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart auch ein soziales Projekt an: Der Bau einer Grundschule für Waisenkinder in Tansania.

Begonnen hatten die Vorbereitungen schon im Juli 2016. „Meine Kommilitonin Saskia Maier aus Heidenheim fragte mich, ob ich mitmachen würde“, berichtet Steiner. Sie nahmen Kontakt auf zur Hilfsorganisation Dunia Ya Heri, die nahe Daressalam, Tansanias größter Stadt, ein Zuhause für Waisenkinder errichtet. „Eine Art kleiner Campus soll entstehen. Ein Haus für Babys und Kleinkinder steht bereits, weitere sollen für etwa 60 Kinder jeglichen Alters noch gebaut werden“, sagt Steiner. Zudem werde eine Grundschule für Kinder gebraucht. Die soll von den Studenten entworfen und geplant werden. „Saskia hatte ihren Entschluss schon gefasst und suchte noch nach einem Partner. Nach sehr kurzer Bedenkzeit stieg ich mit ein“, macht der Turner klar. Das Duo brauchte nun einen Professor, der die Studenten dabei betreut und am Ende bewertet, damit es als Semesterarbeit abgegeben werden kann.

„Normalerweise vergeben die Professoren die Projekte, die oft groß sind“, erläutert der Turner. Er schiebt nach: „Unsere Aufgabe ist nun deutlich kleiner, aber realistisch. Die soll am Ende so gebaut werden, wie wir es entworfen und geplant haben.“ Ein Professor wurde rasch vom Vorhaben überzeugt. Somit war die Aufgabe offiziell. „Wir bauen eine Grundschule in einem Land in Afrika, wo noch keiner von uns beiden bisher war“, gibt sich Steiner zuversichtlich.

Wikipedia, Reiseführer, Afrika-Lehrbücher und der Kontakt zur Hilfsorganisation halfen den Schwaben, ein Bild vom Land und von der Region zu bekommen. „Außerdem mussten wir eine Idee davon bekommen, was Grundschule dort bedeutet.“ Die Studenten wollten auch nach Tansania reisen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Die Zeitschiene war recht kurz. „Da ich wichtige Bundesliga-Wettkämpfe im Turnen hatte, fuhr Saskia allein und berichtete mir“, schildert Steiner. Maier sprach mit den Kindern, machte Fotos und vermaß das Grundstück. Nach einer Woche kehrte sie dann zurück. Danach ging es an die Arbeit. Zunächst bekam das Projekt einen Namen: „Zukunfts(T)raum“. Vier Monate waren die beiden Studenten am Entwerfen. Nebenbei wurden auch Sponsoren gewonnen. Langsam nahmen die Ideen Gestalt an. Heute nun wird der Entwurf abgeben und dann bewertet. Im August dieses Jahres soll die Bauphase beginnen. Steiner und Maier wollen mindestens einen Monat vor Ort mithelfen.

  Weitere Infos zum Hilfsprojekt gibt es im Internet: www.facebook.de/zukunftstraum-
unistuttgart, www.dunia-ya-heri.org und www.irge-uni-stuttgart.de/einszueins.