Olympiasieger gibt sich die Ehre

Michael Jung beobachtet Auftakt der Kirchberger Vielseitigkeit – Lara Adelhelm auf Rang zwei

Beobachtete mit Argusaugen, wie sich seine Schützlinge in den Murrauen schlugen: Olympiasieger, Welt und Europameister Michael Jung. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Hoher Besuch beim gestrigen Auftakt der 23. Kirchberger Vielseitigkeit: Dreifach-Olympiasieger, Welt- und Europameister Michael Jung gab sich bei den Pferdefreunden Obertorhöfe die Ehre. Zwar saß der erfolgreichste Vielseitigkeitsreiter der Welt nicht im Sattel, doch mit Argusaugen beobachtete er, was seine Schützlinge und ihre Pferde machten. Mit dem Italiener Pietro Grandis in der Geländepferdeprüfung der Klasse A auf Maracana sowie der Australierin Isabel English in der zweiten Abteilung des Stil-Geländeritts Klasse A auf Corazon gingen in zwei der vier Prüfungen die ersten Plätze prompt an Jung-Schüler. Gut schlug sich allerdings auch Lokalmatadorin Lara Adelhelm, belegte sie doch mit Freestyle Blues in der ersten Abteilung des Stil-Geländeritts den zweiten Platz.

Goldmann Jung hatte aber nicht nur wegen der guten Leistung seiner Schützlinge Gefallen an der Kirchberger Veranstaltung, die am Samstag und Sonntag ab 9.30 sowie ab 10 Uhr fortgesetzt wird. „Der Boden ist sehr gut“, lobte er das Geläuf in den Murrwiesen. Dabei hatte sich nicht nur der 34-jährige aus Horb am Morgen durch teilweise heftigen Schneefall gekämpft. Doch so wie sich Jung mit seinen Paradepferden Sam und Fischer Rocana von der Weltspitze nicht stoppen lässt, ließ er sich vom unwirtlichen Wetter nicht bremsen, um seine „Bereiter mit ihren jungen Pferden“ zu beobachten und ihnen entsprechende Tipps zu geben.

Für den Doppel-Olympiasieger von London 2012 sowie Gold- und Silbermedaillengewinner im Einzel und mit der Mannschaft von Rio 2016 ist Kirchberg nicht unbekannt. Vor ein paar Jahren galoppierte er selbst mit Nachwuchspferden an der Murr entlang. „Die Pferde lernen bei solchen Turnieren einfach sehr viel“, weiß er, dass es für Mensch und Tier ein weiter Weg ist vom Talent zum Gewinner bei Großereignissen. Solche wie die EM in Strzegom (Polen) in diesem und die WM im kanadischen Bromont im nächsten Jahr. Dann aber mit vertauschten Rollen, schauen doch vermutlich fast alle der nicht ganz 100 Starter von gestern mit Argusaugen zu, während der deutsche Vorzeigereiter die Vielseitigkeitswelt einmal mehr um Gold kämpft.

Ergebnisse – Geländepferdeprüfung Klasse L: 1. Felix Etzel (RV Ilsfeld, Stalliwa) 8,70; 2. Felix Etzel (Polartanz) 8,50; 3. Anna Maria Bauer (Erlenhof Köngen, Vallotin) 8,40. – Klasse A: 1. Pietro Grandis (RSG Altheim, Maracana) 8,70 Punkte; 2. Daniela Czech-Ruff (RFV Herrenberg, Stefferson), 8,30; 3. Felix Etzel (Cash) 8,20; 4. Kerstin Gruber (RFV Murrgau, Calimba) 8,10. – Stil-Geländeritt Klasse A, 1. Abteilung: 1. Mareike Pape (RFV Herrenberg, Diana la belle) 8,50; 2. Laura Adelhelm (PF Obertorhöfe Kirchberg, Freestyle Blues) 8,10; 3. Sabine Wagner (RFV Schwäbisch Gmünd, Lapidaria) 7,90. – 2. Abteilung: 1. Isabel English (Australien, Corazon) 8,30; 2. Jasmin Terigi (TSV Altensteig, All in one) 8,20; 3. Michaela Hölldampf (RFV Schwäbisch Gmünd, Layla) 8,20.