Nachfrage erfordert 20 weitere Bauplätze

Gemeinderat sagt Ja zur Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Neubaugebiets StrutIV in Kirchenkirnberg

Nach schwierigem Start verkaufen sich nun die Bauplätze im idyllischen Stadtbezirk Kirchenkirnberg wie geschnitten Brot und werden knapp. Um der großen Nachfrage auch weiterhin entsprechen zu können, besteht nun dringender Handlungsbedarf.

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT.Zurzeit seien im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets StrutIV nur noch 6 Bauplätze übrig, darum gelte es, zügig den zweiten Bauabschnitt mit 20 weiteren Bauplätzen zu erschließen, betonte Bürgermeister Armin Mößner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er untermauerte die Dringlichkeit des Vorhabens mit dem Hinweis, dass dafür bereits eine informelle Interessentenliste bestehe.

Wichtig sei dabei auch die Herstellung des Heuwiesenwegs als Verkehrsfläche und der Lückenschluss zur Spielhofstraße. Die Erschließung koste hochgerechnet rund 410000 Euro, gab Stadtbauamtsleiter Lars Kaltenleitner bekannt. Darin inbegriffen sind die Herstellung zweier kleiner Verkehrsarme, also des Straßenanschlusses an die Spielhofstraße und des Heuwiesenwegs mit Wendehammer. Des Weiteren die Erdarbeiten und Baustelleneinrichtung, die Verlegung der Abwasserleitungen, Wasserleitungen und Breitbandleerrohre sowie die Herstellung der Hausanschlüsse und Straßenbeleuchtung. Ziel der Erschließung ist es, rund 12300 Quadratmeter Baulandfläche zu generieren und für die Vermarktung zu aktivieren. Die Grundstückserlöse dienen zur Gegenfinanzierung der Erschließungsarbeiten, darum sollen diese baldmöglichst öffentlich ausgeschrieben werden und bis Herbst fertig sein, das Ingenieurbüro Riker und Rebmann erstellt dafür das Leistungsverzeichnis, so Kaltenleitner.

Die Erschließungsmaßnahme ist indes nicht im Haushaltsplan veranschlagt, da die Stadtverwaltung davon ausging, dass die bisher erschlossenen Bauplätze noch ausreichen, und erfolgt deshalb als außerplanmäßige Auszahlung.

Denn wegen der starken Nachfrage sei es dringend erforderlich, auch weiterhin Grundstücke in Kirchenkirnberg anbieten zu können, um keinen Bruch in der Vermarktung entstehen zu lassen, betonte der Bürgermeister. Die Fraktionssprecher begrüßten das Vorhaben. „Wir sollten da weitermachen, wenn Bedarf da ist“, fand Edgar Schäf. „Die Kirchenkirnberger Kläranlage schafft das“, betonte Kaltenleitner auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden. Wegen des Trennsystems werde dort nur das Abwasser geklärt, zudem werde im Zuge der anstehenden Verlängerung der Betriebsgenehmigung die Leistung der Kläranlage mit kleinen Maßnahmen verbessert, erklärte der Stadtbaumeister.

Bei 20 Bauplätzen rechne man mit maximal 60 weiteren Einwohnern, deren Gleichwerte seien noch im Leistungsvermögen der Kläranlage enthalten, ergänzte der Bürgermeister.

„Aus Sicht des Stadtbezirks Kirchenkirnberg ist es zu begrüßen, dass der zweite Bauabschnitt erschlossen wird, wenn die Nachfrage da ist“, sagte Rolf Kirschbaum (CDU-FWV).

Indes gab er zu bedenken, wenn die Baugebietsfläche nach dem Flächennutzungsplan erschöpft ist und keine weiteren Bauflächen mehr zur Verfügung stehen, sollte man sich in einigen Jahren Gedanken machen, ob man für Kirchenkirnberger Einwohner einen Teil der Bauplätze zurückbehalte. Da Kirchenkirnberg nicht an einer Entwicklungsachse der Region liege, „wird’s künftig schwierig sein, nochmals so ein großes Baugebiet hinzubekommen“, erklärte Mößner.

Bauplatzpreis

wird kalkuliert

Darum gelte es, innerörtliche Potenziale zu nutzen, indem man Flächen und Gebäude reaktiviere: „Auch künftig wird’s Möglichkeiten geben, in Kirchenkirnberg zu bauen“. Hartmann Widmaier (MD/AL) gab zu, er hätte nicht erwartet, dass der Bauplatzverkauf so schnell gehe, und plädierte dafür, ein paar der neuen Bauplätze als Potenzial für die Zukunft zurückzuhalten.

Dagegen folgte Rainer Hirzel (UL) der Auffassung des Bürgermeisters, dass es innerorts noch Baumöglichkeiten gebe. Geschlossen befürwortete das Stadtparlament die Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Baugebiets StrutIV und die außerplanmäßige Auszahlung der Kosten. Weiter beauftragte es die Stadtverwaltung, die Bauarbeiten baldmöglichst auszuschreiben und den Bauplatzpreis zu kalkulieren.