Der Frühling lässt sich bitten

Das Märzwetter im Schwäbischen Wald, in Murrhardt dokumentiert und beschrieben von Freddy Friedhoff

MURRHARDT (fwf). Wären da nicht die vereinzelten, mit um 18 Grad Celsius warmen Tage gewesen, so wäre die Wärmebilanz des März 2018 noch verheerender ausgefallen. Die Temperatur schaffte es mit einem Mittelwert von 4,5 Grad gerade so, um 0,8 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 zu liegen. Der Höchstwert der Temperatur wurde am 30. mit 19,9 Grad erreicht. Das Minimum lag am 1. bei minus 8,6 Grad. Eistage waren dieses Jahr keine dabei, aber immerhin 17 Tage mit Frost. Es fielen auf 13 Tage verteilt spärliche 36 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was nur etwa einem guten Drittel des sonst üblichen Märzmittels sind. Der Luftdruck schwankte in einer Bandbreite zwischen 989 und 1028 Hektopascal (hPa) mit einem Mittelwert von 1004 hPa. Die Amphibienwanderungen waren verhalten, lag doch die Krötenwanderungstemperatur nur um den 11. März herum und gegen Monatsende knapp über den kritischen Marken, an denen sich die Tiere auf die Wanderung zu ihren Laichplätzen begeben wollen.

Der Start in den März 2018 war zunächst noch durch die sibirische Ostströmung geprägt, die Ende Februar für die beiden einzigen Eistage des Winters 2017/18 gesorgt hatte. Nachdem der Samstagmorgen (3.) mit minus 6 Grad Celsius noch recht frisch war, stieg das Thermometer am Nachmittag bei blank gefegtem Himmel in den zweistelligen Bereich. Tags darauf waren zwar ein paar vereinzelte Wolken zu sehen, die Sonneneinstrahlung war am Messpunkt dennoch so intensiv, dass die Temperatur über 15 Grad steigen konnte. Dazu säuselte ein leichter Wind aus südwestlichen Richtungen.

Mit einem Mix aus Sonne und Wolken ging es durch Kalenderwoche zehn. Im Frühling kann dies auch bedeuten, dass auch der eine oder andere Schauer dabei ist. So war es auch dieses Mal. Am Samstag (10.) beschränkte sich der leichte Regen auf den Nachmittag, am Sonntag wurde es erst abends nass. Die Temperaturwerte waren dem Übergangsmonat angemessen und lagen je nach Bewölkung und Sonnenscheindauer zwischen leicht frostigen minus 2 Grad und mit Unterstützung mediterraner Luftmassen am Sonntag bei 18 Grad.

Zu Beginn der neuen Woche blieb es zunächst einmal bei Schauerwetter und westlicher Strömung in Bodennähe frostfrei. In großen Höhen hatten sich allerdings die kalten Luftmassen gehalten. Und diese sorgten im Lauf der Woche kurz vor dem kalendarischen Frühlingsanfang für einen erneuten Wintereinbruch. In der Nacht zum Sonntag setzte Schneefall ein. Bis zum Morgen war die Landschaft wieder in eine je nach Lage um etwa sieben Zentimeter weiße Decke gehüllt. In der Frühlingsanfangswoche herrschte in den Morgenstunden Frost um minus 5 Grad. Tagsüber stieg das Thermometer je nach Grad der Bewölkung auf Werte nahe dem Gefrierpunkt und 8 Grad Celsius.

In der Frühlingsanfangswoche herrschte in den Morgenstunden Frost um minus 5 Grad

Donnerstag und Freitag waren dann wieder eher von der ungemütlichen Sorte. Neben Graupel und einzelnen Schneeflocken frischte auch der Wind noch ein wenig auf, von Frühlingserwachen war also keine Spur zu sehen und zu spüren. Für dieses fiese Wetter wurde man am Palmwochenende ein wenig entschädigt. Nach Frost am Morgen jagte fast ungetrübter Sonnenschein das Thermometer am Samstag auf 15 Grad, am Sonntag waren gar 18 Grad drin. Wer dachte, nun bricht der Frühling wirklich aus, wurde schon am Montag (26.) bitter enttäuscht. Nach einer frostigen Nacht wollte es tagsüber, bedingt durch dichte Bewölkung, einmal mehr nicht richtig hell werden. Einen positiven Aspekt hatte der Tag aber: Die Grünlandtemperatursumme von 200 Grad wurde erreicht. Bei einem Wert ab 200 beginnt aus statistischer Sicht die jährliche Vegetationsperiode, es ist der Beginn des Grünlandwachstums.

Durch die Karwoche und damit durch die letzten Märztage gestaltete sich das Wetter schließlich nach dem seit Wochen bekannten Muster. Lediglich der Karfreitag (30.) bildete eine Ausnahme, denn bei sehr viel Sonnenschein kletterte das Thermometer bis knapp an 20 Grad Celsius heran. An den anderen Tagen überwog entweder Regen oder wechselhaftes Wetter mit nur ein paar wenigen Wolkenlücken. Nachhaltig richtig frühlingshaft wollte es aber einfach nicht werden.

Noch ein kurzer Wetterrückblick auf das erste Quartal 2018: Mit einer Durchschnittstemperatur von 3,1 Grad Celsius lag das erste Quartal 2018 um 1,8 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 (1,3 Grad). Diese Abweichung ins Positive hat man vor allem dem Januar zu verdanken, denn dieser war über 5 Grad zu warm. Es fielen insgesamt 205 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir nur 72 Prozent des Schnitts oder 80 Millimeter weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. Den 56 trockenen Tagen im ersten Quartal 2018 stehen durchschnittlich 41 trockene Tage gegenüber. An einem Tag fiel mehr als 20 Millimeter Niederschlag.

Weiterführende Infos, Wetterwerte sowie Bilder rund um das Murrhardter Wetter unter www.murrhardtwetter.de.