Hilfe beim Bädle und Bolzplatz erhofft

Bürgermeister Armin Mößner steht beim Bürgertreff in Kirchenkirnberg Rede und Antwort

Informationen über aktuelle kommunalpolitische Themen und Projekte sowie Auskünfte zu einem breiten Spektrum von Anliegen, die die Einwohner des Stadtbezirks zur Sprache brachten, gab Bürgermeister Armin Mößner beim gut besuchten Bürgertreff in der Kastanie.

„Wir werden beim Bad zu einer Lösung kommen, da müssen wir nochmals miteinander reden und genau drüber schauen.“ Bürgermeister Armin Mößner

Von Elisabeth Klaper

KIRCHENKIRNBERG. Ein großes Anliegen des veranstaltenden Vereins Bürgerschaft Kirchenkirnberg trug dessen Vorsitzender Erhard Fritz vor. Das vom Verein betriebene Bädle, sprich Freibad, ist eine wichtige Attraktion für Familien und „ein idealer Treffpunkt für Einwohner und Auswärtige“, hob Pfarrer Steffen Kaltenbach hervor. Nun muss es mithilfe einer Filtrationsanlage fit für die Zukunft gemacht werden. Dazu benötige man dort dringend einen Strom- und Abwasseranschluss: Diese große Aufgabe könne der Verein nicht allein stemmen, betonte Vorsitzender Erhard Fritz.

„Wir stehen als Stadt zum Bädle und wollen das unterstützen“, sagte Mößner zu. Zwar tue man sich mit der Finanzierung etwas schwer, aber: „Wir werden zu einer Lösung kommen, da müssen wir nochmals miteinander reden und genau drüber schauen.“ Auch der Wunsch vor allem der Kinder und Jugendlichen, baldmöglichst wieder einen Bolzplatz zu haben, werde von der Stadtverwaltung unterstützt. Die BMX-Bahn, die aktuell kaum mehr genutzt werde, sei die dafür am besten geeignete Fläche, zudem befinde sie sich im Eigentum der Stadt und direkt beim Bädle, so der Rathauschef.

Dort wäre „mit wenig Aufwand ein Bolzplatz herzustellen“, indem man die Fläche einebne und einsäe sowie Tore aufstelle. Die Wiese unterhalb des Feuerwehrmagazins sei dagegen laut Mößner keine überzeugende Alternative wegen des abschüssigen, schattigen Geländes, das sich in Privatbesitz befindet. So fand der Vorschlag des Bürgermeisters die Zustimmung der Anwesenden. Indes signalisierten sie ihm, den Plan zurückzustellen, eine Querungshilfe über die Landesstraße 1149 direkt bei der Gemeindehalle vor dem Kreisel zu schaffen. Denn Aufwand und Benutzung stünden in keinem guten Verhältnis.

Stattdessen sollten andere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie Tempo- und Lautstärke-Displays sowie Straßenmarkierungen dazu beitragen, dass Autos, Motorräder und Laster künftig langsamer und rücksichtsvoller durch Kirchenkirnberg fahren, kündigte der Bürgermeister an. „Für Kirchenkirnberg wäre es wünschenswert, ein kleines Dienstleistungszentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt einzurichten“, betonte Mößner. Die Stadtverwaltung habe dieses Projekt noch nicht aufgegeben und wolle es auch finanziell unterstützen, doch brauche das noch etwas Zeit.

Kurz informierte er über aktuelle Investitionen in Kirchenkirnberg. Um den Brandschutz zu verbessern, erhielt der evangelische Kindergarten eine Fluchttreppe. Weiter soll die bestehende halbe zweite Gruppe zur Vollgruppe ausgebaut werden. Zurzeit laufen Sanierungsarbeiten am Trinkwasserhochbehälter: Die Wasserkammer erhält eine neue Beschichtung, zudem werden ein neuer, sicherer Einstieg sowie ein neuer Rohrkeller gebaut. Und in der Kläranlage, deren wasserrechtliche Genehmigung 2019 ausläuft, erfolgen verschiedene Nachrüstungsarbeiten.

Ärgerlich seien derzeit auftretende „sporadische Störungen“ der Telekommunikationsverbindungen, und die Telekom mache Druck auf die Anschlussnehmer, weil sie bis Ende April alle noch analogen Telefone auf Digitalanschlüsse umstellen wolle, berichtete ein Betroffener. „Die Telekom hat es versäumt, das Netz zu modernisieren“, fand Mößner. Doch im Zuge des Breitbandausbaus werde sich die Situation für die Kirchenkirnberger auch durch den Anschluss der ehemaligen Teilorte wie Ober- und Unterneustetten deutlich verbessern. Auf den Hinweis, im Stadtbezirk gebe es nach wie vor ein Mobilfunkloch, stellte der Bürgermeister in Aussicht, dass ein LTE-Sendemast gebaut werden soll.

Zwar habe sich die Busverbindung von Kirchenkirnberg nach Murrhardt verbessert, nach Welzheim aber verschlechtert, berichteten mehrere Anwesende. Auf dieser Strecke müsse man nun mehrmals umsteigen, was vor allem für gehbehinderte Personen ein großes Problem sei. „Wir werden das im Auge behalten“, sagte Mößner zu. Weiter kündigte er an, die Bushaltestelle Bohnenreute sicherer zu machen, indem ein Gehweg angelegt und ein Wartehäuschen aufgestellt wird.

Mehrere Berufspendler kritisierten, dass die Abfahrtszeiten der Busse vom Bahnhof Murrhardt nach Kirchenkirnberg nicht auf die Zug-Ankunftszeiten abgestimmt seien. So fahre ein Bus früher ab als ein Zug ankomme, zudem gebe es oft einen knappen Zeitpuffer von nur fünf Minuten zwischen Zugankunft und Busabfahrt. Das Hauptproblem dafür sei die eingleisige Murrbahn, sagte der Rathauschef.

Der Verkauf der Bauplätze im zweiten Abschnitt des Neubaugebiets Strut IV, der zurzeit erschlossen wird, erfolge gemäß den vom Gemeinderat beschlossenen Vergaberichtlinien, erklärte Mößner auf Nachfrage. Vorrang hätten Kirchenkirnberger vor Einwohnern der Stadt Murrhardt, erst danach kämen Auswärtige zum Zug. Indes seien derzeit die meisten Bauplatz-Interessenten Auswärtige.