„Wir brauchen dringend Verstärkung“

Beim Wacholderhof können Frauen und Männer nun Bundesfreiwilligendienst leisten – Angebote erfahren große Nachfrage

Der Kalender für Besuche ist bis Ende Juli ausgebucht: Der Wacholderhof auf der Höhe bei Murrhardt-Steinberg ist ein beliebter Anlaufpunkt für Schulklassen und Projektgruppen, die ökologische Landwirtschaft kennenlernen wollen. Genug Arbeit für das Team, bei der nun auch Bufdis, wie sie umgangssprachlich heißen, einsteigen können.

Der Wacholderhof von oben: Neben dem Wohn- und Gästehaus rechts befinden sich ein lang gezogener Rinderstall, zwei große Gewächshäuser und weitere kleinere Ställe links. Der Hof ist seit 1986 Bioland-Betrieb – mit etwa 35 Hektar Weiden sowie Acker- und Gemüseflächen. Foto: F. Muhl

MURRHARDT (cs). Andreas Greiner, Vorstandsvorsitzender des Wacholderhofvereins, hat sich über die Nachricht gefreut. Ab sofort können sich Frauen und Männer für einen Bundesfreiwilligendienst auf dem Hof bewerben. Das Gute fürs Team: Es gibt keine Altersbeschränkung, und die Mitarbeit ist auch in Teilzeit möglich (ab 26 Jahre). Der Verein hatte sich im Dezember dazu entschlossen, beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben einen Antrag für zwei Dienstleistende zu stellen, weil die Nachfrage von Schulen und Gästen stark zugenommen hatte. „Die erlebnispädagogischen Angebote unseres Vereins sind im letzten Jahr so gut angekommen, dass wir dringend personelle Verstärkung brauchen“, sagt Greiner. Neben Schulklassen und Kindergartengruppen, die die ökologische Landwirtschaft auf dem Hof kennenlernen wollen, gibt es integrative Freizeitgruppen für Behinderte und Nichtbehinderte sowie Projektgruppen, die regelmäßig kommen. In Zusammenarbeit mit der Liehrnhof-Akademie wird außerdem die Fortbildung für tiergestützte Therapie und Pädagogik fortgesetzt. Und wo können die Freiwilligen dann aktiv werden? Der Wacholderhof lebt von der Ergänzung und Überschneidung seiner beiden Standbeine: ökologische Landwirtschaft und Bildungs- und Erlebnisangebote für Schul- und Kindergruppen mit Gästehausbetrieb. In beiden Bereichen können die Freiwilligen mitarbeiten und entsprechend ihren Qualifikationen Verantwortung übernehmen. Einerseits sollten die Bewerber ein gewisses Talent zum Allrounder mitbringen, andererseits können sie – je nach Interesse – beispielsweise auch mal Hofführungen oder eine Bachwanderung anbieten, kennen sich in der Umgebung dann besser aus. Ganz zentral und wichtig scheint Andreas Greiner eine Sache: Lust am Umgang mit Menschen und Kommunikationsfähigkeit. Denn Verein und Hof haben sich die Vermittlung nachhaltiger Landwirtschaft und Bildungsarbeit in diesem Sinne auf die Fahnen geschrieben. Der besondere Vorteil ist, dass das Wissen nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auf dem Hof praktisch erfahr- und umsetzbar wird. Insofern ergänzt sich dies mit der Arbeit der jungen Leute, die auf dem Wacholderhof ein freiwilliges ökologisches Jahr machen. Genug zu tun gibt es auf jeden Fall, wobei sich der Verein eine Mitarbeit von einem Jahr oder mehr wünscht. Greiner findet, dass ein Engagement auf dem Hof viele Möglichkeiten eröffnet, sich auszuprobieren und Bildungsarbeit in Verbindung mit landwirtschaftlich-ökologischen Themen kennenzulernen.

Interessierte finden auf der Homepage weitere Informationen, unter anderem auch ein Kurzfilmporträt: www.wacholderhof-ev.de.