Medienscouts waren siegreich

Demokratie-Preis: Viel Lob für Medienprojekt – Zielgruppe sind Heranwachsende – Auseinandersetzung mit Beeinflussung

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ vergab Preise an sechs vorbildliche Initiativen, die sich aktiv für die Werte der Zivilgesellschaft einsetzen. Das Projekt Medienscout aus Burgstettengewann den ersten Preis.

Halten ihre Urkunde stolz in Händen: Bojan Godina (links) und Leo Keidel (Mitte), die Initiatoren des Projekts Medienscout, zusammen mit Jury-Mitglied Sebastian Nikoloff. Foto: V. Knopf

Von Volker Knopf

BURGSTETTEN/KARLSRUHE. Rund 70 Projekte standen bei dem Landes-Wettbewerb zur Wahl, sechs Initiativen wählte die Jury schließlich aus und bedachte sie bei der Preisübergabe im Rathaus in Karlsruhe mit Preisgeldern zwischen 2000 und 5000 Euro für ihr vorbildliches Engagement – darunter auch das Projekt Medienscout. Die Initiative aus dem Rems-Murr-Kreis gewann mit dem ersten Preis 5000 Euro. Entsprechend erfreut waren die Initiatoren, Dozent Dr. Bojan Godina und Leo Keidel von der Präventionsstelle der Polizei in Waiblingen. „Diese Würdigung ehrt uns sehr. Sie öffnet Türen und schafft Öffentlichkeit für unser medienpädagogisches Projekt“, betonte Godina bei der Preisverleihung. In der Laudatio zur Ehrung wurde die Initiative wie folgt beschrieben: Im Projekt Medienscout aus Burgstetten werden seit 2009 Schüler medienpädagogisch ausgebildet und angeleitet, die eigenen Wertvorstellungen mit denen der Menschenrechte zu kombinieren und auf Medieninhalte anzuwenden. Zudem werden sie darauf vorbereitet, ihre gleichaltrigen und jüngeren Mitschüler mithilfe multimedialer Präsentationen und Workshops in Medienkompetenz auszubilden.

Dabei setzt das Projekt auf den Ansatz von „Peer-to-Peer-Education“, bei dem Jugendliche von Jugendlichen lernen und dabei insbesondere eigene und altersgerechte Lernerfahrungen im Vordergrund stehen. Im Januar 2012 wurde der Verein Medienscout gegründet, der das medienpädagogische Engagement weiter fortführt. Hauptziel des Vereins ist es, die Beeinflussungsstrategien der Medien, im Bereich des Konsumdenkens, eines überzeichneten Schönheitsideals sowie in Sachen Gewaltverherrlichung aufzuzeigen.

Die diversen kritisch behandelten Aspekte sollen anhand der Menschenrechte und ethischer Fragestellungen überprüft werden. Ein weiterer Auftrag der Medienscouts ist es, Risiken von Medien- und Onlinesucht gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten und über Internetsicherheit und den Schutz persönlicher Daten aufzuklären. Voll des Lobes für das Projekt aus dem Schwäbischen war Sebastian Nikoloff, Mitglied des Beirats im Bündnis für Demokratie und Toleranz. „Dies ist ein pädagogisch wertvolles Projekt, das unsere Zivilgesellschaft stärkt. Es ist lebensnah und berücksichtigt die Lebenswelt von Heranwachsenden. (...) Eine großartige Aktion, die auch für ein tolerantes Miteinander wirbt.“ Gregor Rosenthal, Geschäftsstellen-Leiter des Bündnisses sprach von „echten Vorbildern und Leuchttürmen, die eine Gesellschaft braucht.“