Gegen einen Mitarbeiter des FC Schalke 04 besteht ein Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs an einem Jungen. Der Club zieht Konsequenzen.
Die Ermittlungen der Polizei dauern an. (Symbolbild)
Von red/dpa
Die Staatsanwaltschaft und die Polizei Münster ermitteln wegen des Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs an einem Zwölfjährigen gegen einen Mitarbeiter der Jugendabteilung des FC Schalke 04. Man sei durch die Polizei Münster über die Ermittlungen informiert worden, teilte der Verein auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Schalke hat nach eigenen Angaben „unverzüglich Sofort-Maßnahmen zum Schutz der Spieler eingeleitet und arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen“.
Privaträume durchsucht
Laut einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und der Polizei hatte die Mutter des Jungen am 18. April bei der Polizei eine Anzeige erstattet. Vier Tage später hätten die Ermittlerinnen und Ermittler die Privaträume des Tatverdächtigen durchsucht und dabei eine Vielzahl diverser Datenträger sichergestellt, deren Auswertung noch andauere.
Es gelte die Unschuldsvermutung, hieß es weiter. Die „WAZ“ hatte zuerst über die Verbindung zu dem Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga berichtet.
Der Club äußerte sich ausführlich. „Nach aktuellem Stand betreffen die Ermittlungen Sachverhalte, die sich außerhalb des Vereinsgeländes ereignet haben sollen“, teilte Schalke weiter mit. „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht zu jeder Zeit an erster Stelle. Die Bestürzung über die Informationen ist daher enorm.“ Schalke leitete zudem interne Prüfungen ein, die noch nicht abgeschlossen sind.
Schalke: Kooperieren mit Behörden
„Der Verein unterstützt die behördliche Aufklärung vollumfänglich, steht mit allen Institutionen im Austausch und kooperiert mit ihnen uneingeschränkt“, teilte Schalke mit. „Gleichzeitig hat der Club anwaltliche Unterstützung für die interne Prüfung hinzugezogen.“
Die Gelsenkirchener verweisen auf ein Schutzkonzept. „Der FC Schalke 04 ist sich seiner Verantwortung zum Schutz aller Kinder und Jugendlichen, die dem Verein anvertraut werden, bewusst und setzt sich daher entschieden gegen jegliche physische, psychische oder sexualisierte Gewalt ein.“ 2023 sei dieser Auftrag in der Vereinssatzung verankert worden.