„Die Nominierung ist ein Riesenerfolg“

Murrhardter Walterichschule beim Wettbewerb „Starke Schule“ unter den zehn besten in Baden-Württemberg

Alle zwei Jahre wird der Wettbewerb „Starke Schule“ ausgeschrieben, der die weiterführenden Schulen außer Gymnasien in der Bundesrepublik aufruft, mit ihren Konzepten und spezifischen Angeboten anzutreten. Am Montag werden die Preise auf Landesebene verliehen. Die Walterichschule hat es unter die zehn besten Bewerber geschafft.

Freuen sich schon auf die Fahrt nach Stuttgart: Die Schüler, die bei der Festveranstaltung im Neuen Schloss ihre Schule mit einer bewegten Vorführung präsentieren werden und noch mal einen Probedurchlauf machen (von links) – Kim Stiefel, Carolin Gabler, Jon Nolden, Damian Kuroczik, Michelle Dahlstrom, Fynn Schuler, Sebastian Warmer, Mariella Kral, Michael Kugler und Nisa Yesilay. Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

 

MURRHARDT. „Die Nominierung und die Tatsache, dass uns im Herbst vergangenen Jahres drei Jurymitglieder besucht haben, ist für mich schon ein Riesenerfolg“, sagt Martina Mayer. Der Rektorin der Walterichschule ist die Freude anzumerken. Von den etwa 80 Schulen in Baden-Württemberg, die beim aktuellen Wettbewerb „Starke Schule“ mitgemacht haben, hat die Murrhardter Gemeinschaftschule neben neun anderen Bildungseinrichtungen die Chance auf eine Auszeichnung auf Landesebene. Mitte November haben sich besagte drei Jurymitglieder etliche Stunden Zeit genommen, um sich in der Schule umzusehen und mit Schülern, Eltern, Lehrern sowie Partnern der Schule ins Gespräch zu kommen, erzählt Martina Mayer.

Nun sollte man vielleicht wissen, dass die Pädagogin in Hinsicht auf den Wettbewerb nicht ganz unerfahren ist. Vor rund sechs Jahren hat die Taus-Schule in Backnang, an der Martina Mayer von 2002 bis 2015 als Konrektorin wirkte, bei „Starke Schule“ den Landessieg und den zweiten Platz auf Bundesebene errungen. „Insofern wusste ich schon, was für eine Bewerbung wichtig ist, aber die Schule muss sich auch bereit dazu fühlen.“ Die Rektorin steht voll hinter dem Konzept der Schule und lässt nicht unerwähnt, dass ihr Vorgänger Ulrich Boitin und das Lehrerkollegium wichtige Aufbauarbeit und die entsprechenden Grundlagen geschaffen hätten. Martina Mayer, die seit November 2015 die Geschicke der Walterichschule lenkt, skizziert, was beim Wettbewerb genauer unter die Lupe genommen wird und welche Kriterien eine Rolle spielen. Die Jury bewertet, wie Schulen und Lehrkräfte „Grundlagen schaffen“, „Begabungen ausbauen“, „Übergänge meistern“ und „Netzwerke nutzen“, so die zentralen vier Kategorien, bei denen die Walterichschule offensichtlich punkten konnte. Die Rektorin nennt einige Beispiele, wie dies im Schulalltag umgesetzt wird. Angefangen von der Überzeugung, dass es gilt, die Stärken genauso wie die Schwächen im Blick zu haben und die Schüler gezielt zu fördern, gebe es wichtige methodische Instrumente wie das Lerntagebuch oder eine ausführliche Fähigkeits- und Begabungsdiagnose (Klasse 5) sowie praktische Unterstützung über Lernbegleiter. Auch die Stärkung sozialer Kompetenzen nehme eine wichtige Rolle ein.

Bei den Übergängen kommt für Martina Mayer die Berufsorientierung in den Blick, die in der Walterichschule breiten Raum einnimmt. „Ab Klasse fünf schauen sich die Schüler die Berufe ihrer Eltern an, später kommen Praktika und Besuche in Firmen und Einrichtungen wie beispielsweise beim Altenpflegetag hinzu.“ Weitere Stichworte sind Projekte mit Firmen, die Zusammenarbeit mit Ausbildungsbildungsbotschaftern oder als jüngstes Vorhaben ein Berufskooperationsprojekt mit zwei Murrhardter Unternehmen rund um die Gestaltung des geplanten grünen Klassenzimmers. Das verweist auf ein gutes Netzwerk mit außerschulischen Partnern, zu denen auch Firmen aus Murrhardt und Umgebung sowie das Unternehmerforum Oberes Murrtal gehören. Die Schule arbeitet aber auch mit verschiedenen (Sport-)Vereinen und der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land zusammen und ist seit über einem Jahr zertifizierte Naturparkschule. Besonders stolz ist Martina Mayer darauf, dass die Schüler der Jury entscheidende Inhalte im Herbst selbst präsentiert und nahegebracht haben – wie bei einem Vortrag über den Naturpark oder der Vorstellung der Schülerfirma. „Das Leitungsteam und Kollegium haben sich da wirklich zurückgehalten.“ Das Jurytrio hat sich ausführlich umgesehen und Schule, Fledermausgarten (Teil der Naturparkschule), Schulsozialarbeit, Mensa sowie den Unterricht besucht. Außerdem gab es Gesprächsrunden mit Schülern, Eltern, Lehrern und Partnern der Walterichschule, um sich ein umfassendes Bild zu machen.

Nun darf man also gespannt sein, wie die Murrhardter Gemeinschaftsschule am Montag bei der Platzierung abschneidet. Eins jedenfalls ist für die Rektorin klar: Mit der Nominierung kann die Walterichschule zeigen, dass sie eine engagierte Bildungseinrichtung ist und auch ein Stück weit dem in den vergangenen Jahren nicht so guten Image etwas entgegensetzen, das „meiner Einschätzung nach nicht gerechtfertigt ist“.