Engagiert und konzeptionsstark

Murrhardter Walterichschule schneidet beim Wettbewerb „Starke Schule“ als zweitbeste in Baden-Württemberg ab

Martina Mayer, Rektorin der Walterichschule, hatte schon die Nominierung beim Wettbewerb „Starke Schule“ als Riesenerfolg gewertet. Nun hat die Murrhardter Gemeinschaftsschule den zweiten Platz auf Landesebene gemacht. „Das ist eine großartige Anerkennung der Lehrer, Schüler, Eltern, Partner sowie der Stadt“, sagt die Schulleiterin, „und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart: Alle ausgezeichneten baden-württembergischen Schulen mit den Partnern des Wettbewerbs „Starke Schule“ sowie Kultusministerin Susanne Eisenmann zusammen auf der großen Bühne. Foto: gemeinnützige Hertie-Stiftung/dominik buschardt fotografie

Von Christine Schick

MURRHARDT/STUTTGART. Martina Mayer freut sich sehr und spürt, wie die Anspannung des Tages und der Preisverleihung in Stuttgart langsam von ihr abfällt. „Man ist doch aufgeregt“, erzählt sie. Als klar wurde, dass die Plätze zehn bis drei an andere Schulen vergeben waren, „haben Alexandra Hoog und ich uns angelächelt.“ Der zweite Platz auf Landesebene für die Walterichschule beim bundesweit größten Schulwettbewerb „Starke Schule“ empfindet sie als enorme Wertschätzung. In der Laudatio machte Claudia Lange von der Deutschen Bank Stiftung auch noch einmal deutlich, welche Kriterien dabei eine Rolle gespielt haben. „Sie hat gesagt, dass die Walterichschule mehr als nur eine Bildungseinrichtung ist, nämlich einen Lebensraum biete, in dem sich Schüler zu individuellen Persönlichkeiten entwickeln können“, berichtet die Rektorin und zählt weitere Eckpunkte auf, die Lob und Anerkennung gefunden hätten: Kleine Lerngruppen, die es ermöglichen, auf die Bedürfnisse jedes Schülers einzugehen, individuelle Lernzeit(en), ein Sozialkurrikulum von Klasse eins bis neun, bei dem die Teambildung gestärkt wird, das Engagement als zertifizierte Naturparkschule genauso wie als Bildungseinrichtung, die sich über die Schülerfirma („Schüler helfen Tieren“) für den Tierschutz einsetzt. Ebenfalls herausgehoben hat die Jury die ausgesprochene Berufsorientierung, die bereits in Klasse zwei beginnt und bis zur neunten fortgeführt wird. „Besonders erwähnt wurde dabei das Vitrinenprojekt, mit dem Schüler einzelne Firmen vorstellen“, sagt Martina Mayer. Auch das moderne Schulmanagement der Murrhardter Gemeinschaftsschule fand Anerkennung. Mit ihm werden die einzelnen pädagogischen und organisatorischen Prozesse nicht nur (digital) dokumentiert, sondern auch für das ganze Kollegium transparent gemacht. Nicht minder freut sich die Rektorin über den Eindruck der Jury, dass das Engagement der Schule spürbar geworden sei, ihre Schüler zu Achtung und Toleranz zu erziehen.

„Wichtig ist mir ebenso, dass der Preis letztlich die ganze Arbeit in den Vorjahren würdigt, dazu gehört auch das Engagement von Konrektorin Alexandra Hoog in Bezug auf die Entwicklung der Gemeinschaftsschule und der Schülerfirma sowie der Aufbau der Berufsorientierung von Theo Wehrle.“

Die Walterichschule war gestern mit einer 17-köpfigen Delegation aus Schulleitung, Lehrern, Schülern, Elternvertreterinnen sowie Partnern zur Festveranstaltung ins Neue Schloss nach Stuttgart gereist, um den Preis entgegenzunehmen. Zehn Jugendliche stellten die Murrhardter Gemeinschaftsschule zuvor in einer bewegten Präsentation vor, die mit einigen Hintergrundinfos über die fünf zentralen Bausteine per Beamer ergänzt wurde.

Die Walterichschule erhält ein Preisgeld von 3500 Euro

Verbunden mit dem zweiten Platz des Wettbewerbs für die Walterichschule ist ein Preisgeld von 3500 Euro. „Wir haben noch nicht entschieden, wie wir es verwenden. Ich weiß, dass sich die Schüler einen Trinkbrunnen wünschen, ob das Geld dafür ausreicht, ist allerdings fraglich.“ Neben den Geldpreisen profitieren die Schulen vor allem von der Aufnahme in das länderübergreifende Netzwerk. „Unser Anliegen ist es, gute Schulen zu stärken und dafür zu sorgen, dass sich ihre ausgezeichneten Konzepte weiterverbreiten. Die Preisträger nehmen eine Leuchtturmfunktion in der deutschen Schullandschaft ein“, sagte John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung. Ebenso Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, die den Wettbewerb in Baden-Württemberg unterstützt, würdigte das Engagement der ausgezeichneten Wettbewerber: „Die prämierten Schulen machen ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur für die Abschlussprüfung, sondern auch für eine berufliche Ausbildung und darüber hinaus für ihr gesamtes Leben fit. Und sie gestalten diese Aufgabe nach dem Motto ‚gemeinsam sind wir stark‘ zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Region“, sagte sie. Die drei bestplatzierten Schulen zeigten, wie engagiert die Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen an den Gemeinschaftsschulen arbeiteten und wie wie viel Energie sie in die Schulentwicklung investierten.

Sieger des Landeswettbewerbs ist die Gemeinschaftsschule am Bildungszentrum Salem, auf Platz drei kam die Ernst-Reuter-Schule, Gemeinschaftsschule in Karlsruhe.