Teamgeisttage und Anti-Wut-Bälle

Tag der offenen Tür: Heinrich-von-Zügel-Gymnasium stellt Bildungs- und Zusatzangebote sowie Unterstützungsmöglichkeiten vor

Dank der engagierten Schulgemeinschaft gibt’s am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium eine Vielzahl von Zusatzaktivitäten sowie Unterstützung im Schulalltag. Das G-8-Bildungsangebot bereichern verschiedene Projekte, Kurse, Arbeitsgemeinschaften sowie ein ganzes Bündel zur Beratung und Förderung. Einen Eindruck davon konnten sich Besucher beim Tag der offenen Tür machen.

Manchmal klappt es nicht so, wie man will, und man ist frustriert. Damit dann trotzdem alles in den richtigen Bahnen verläuft, kam das Team der Streitschlichter auf die Idee, sich selbst Anti-Wut-Bälle zu basteln, die man ordentlich kneten oder auch mal an die Wand werfen kann. Die Besucher haben beim Tag der offen Tür Gelegenheit, sich dem Team anzuschließen. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT.„Die Stimmung an der Schule ist gut dank der guten Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Schulleitung“, betont Elternbeiratsvorsitzende Katrin Schauß, die an einem Stand gemeinsam mit Vertretern des Freundeskreises über deren Aktivitäten informiert. Die Stressbelastung durch das hohe Unterrichtspensum im G8 sei individuell verschieden. „Wir sind froh darüber, dass Schulsozialarbeiter Tobias Brändle die Schüler seit zwei Jahren unterstützt.Doch der Bedarf ist groß, darum wäre es günstiger, wenn er öfter kommen könnte“, wünscht sich Katrin Schauß. Dadurch wäre es möglich, „Probleme bereits im Ansatz zu erkennen und kontinuierlich an den Problemfällen dranzubleiben“. Schwerpunkt seiner Arbeit sei es, die Unterstufenschüler mit Blick auf potenzielle Konflikte zu unterstützen, erklärt Tobias Brändle. Diese könnten beim Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium, wenn fremde Mädchen und Jungen zusammenkommen, entstehen.

Die Besucher erhalten eine Fülle an Informationen über alles, was an der Schule läuft. Einen Schwerpunkt bilden die seit mehreren Jahren bestehenden, breit gefächerten besonderen Angebote in den Klassen 5 und 6. Sie dienen dazu, dass Grundschüler gut im Gymnasium ankommen und in ihren Fähigkeiten gefördert werden. Da gibt’s Lern-, Teamgeist- und Erlebnistage, einen Schullandheimaufenthalt und den Schulhund Leo. Zudem Beratungs- und Förderangebote, wie der Lernnachmittag „Schüler helfen Schülern“, wobei ältere jüngere Mitschüler fachlich unterstützen.

Viel Applaus heimst der von Angela Westhäußer-Kowalski geleitete Unterstufenchor ein, der mit poppig flotten Songs für gute Laune sorgt. „Wir sind eine Schule, die sich durch viele Angebote auszeichnet, aber überschaubar und persönlich ist“, betont Oberstudiendirektor Henning Zimmermann. Er hebt die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligten hervor.

Stellvertretender Schulleiter Ernst Morlock weist auf die 2017 von der Landesregierung vorgestellte Oberstufenreform mit mehr Wahlmöglichkeiten hin, da diese die künftigen Fünftklässler betrifft. Statt bisher fünf belegen die Oberstufenschüler ab 2019 drei vierstündige Leistungsfächer, die im Abitur schriftlich geprüft werden. Hinzu kommen zwei mündliche Prüfungen von Basisfächern, die Präsentationsprüfung wird abgeschafft.

Zahlreiche Grundschüler, ihre Eltern und weitere Interessierte gehen beim Tag der offenen Tür auf Entdeckungsreise durchs Schulgebäude und erleben Mitmach-Aktionen und Präsentationen. Geschickt und fingerfertig basteln Mädchen und Jungen Anti-Wut-Bälle mit den Streitschlichtern. „Neuntklässler unterstützen als Streitschlichter und Patenschüler die Fünft- und Sechstklässler“, berichtet die zuständige Lehrerin Theresa Bilharz. Sie geben ihnen Hilfestellungen und Orientierung im Schulalltag, auch stehen sie ihnen bei Konfliktfällen zur Seite.

Bastelideen im Internet hätten die Streitschlichter zu den Anti-Wut-Bällen inspiriert, erzählt Theresa Bilharz. Dabei blasen die Bastler einen Luftballon auf und füllen ihn per Flasche und Trichter mit Sand. Dann stülpen sie zwei weitere Luftballons über den gefüllten. So formen sie einen stabilen, etwa faustgroßen Ball: Den könne man kräftig kneten oder auch gegen eine Wand werfen, um Frust abzureagieren, erklären die Streitschlichter. Nebenan flechten Mädchen und Jungen fleißig bunte Freundschaftsbänder aus sechs Fäden, je zwei in gleichen Farben.

Mit Buntstiften zeichnen junge Kreative geometrische Muster, während andere Besucher knifflige Denksportaufgaben lösen. So gilt es bei Kryptogrammen herauszufinden, welche Zahlen hinter Buchstaben stecken. Im Biologiesaal laufen verschiedene naturwissenschaftliche Experimente. Bei einem Quiz zeigen kleine Besucher, wie gut sie sich mit Tieren auskennen: Sie legen Bilder verschiedener Lebewesen in die richtigen Felder der Ordnungen, wie Säugetiere, Reptilien oder Vögel. Und in bastelgeschickten Kinderhänden verwandelt sich farbiges Papier in bunte Schmetterlinge, die auf einem Streichholz schweben.

Im Werkraum bedrucken Mädchen und Jungen Täschchen mit dekorativen Motiven. In mehreren Klassenzimmern entdecken die Gäste spielerisch Fremdsprachen mit Quizfragen, wobei sie außerdem viel Wissenswertes über die jeweiligen Länder und deren Geografie erfahren. Die für Schüler aller Klassen offene Informatik-AG stellt selbst kreierte Computerspiele vor. Und sportliche Kids trainieren ihre Fähigkeiten im Geschicklichkeitsparcours in der Sporthalle.