Lebensqualität im Fokus

Digitalisierung: Unternehmerforum hat Projekte angedacht, um Betreuung Älterer und medizinische Versorgung zu verbessern

Noch läuft nicht alles rund im Oberen Murrtal. Doch die Digitalisierung eröffne neue Möglichkeiten für Projekte, um für den ländlichen Raum Positives zu erreichen und Standortfaktoren zu optimieren, „die wichtig sind für die Bevölkerung unserer Region“, betonte Rolf Barreuther. Ziel sei eine gute Lebensqualität für die Bevölkerung, verdeutlichte der Vorsitzende des Unternehmerforums Oberes Murrtal (Ufom).

„Die Kommunen des Oberen Murrtals sollten gemeinsam auftreten, damit wir eine gewichtigere Position haben.“ Rolf Barreuther, Vorsitzender Unternehmerforum Oberes Murrtal

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Inspiriert vom Wirtschaftstag seien dazu Projekte mit verschiedenen Kooperationspartnern angedacht, um die Betreuung älter werdender Menschen und die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern. Auch die Bearbeitungsabläufe in den Behörden gelte es zu beschleunigen und zu vereinfachen.

„Die Politik sollte nicht alles reglementieren und unnötig erschweren“ aus falsch verstandenem Daten- und Verbraucherschutz, stattdessen „Vorschriften entrümpeln“ und „mehr Eigenverantwortung an die Bürger abgeben“, forderte Barreuther bei der Ufom-Mitgliederversammlung im Forum der Erich-Schumm-Stiftung. Die Kommunen im Oberen Murrtal sollten sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam als Raumschaft auftreten, „damit wir eine gewichtigere Position haben“.

Denn: „Es ist wichtig, dass das Obere Murrtal von der Region Stuttgart und der Landesregierung beachtet wird“, so der Ufom-Vorsitzende. Dafür seien positive Signale vom Wirtschaftstag ausgegangen. „Hut ab, was Sie hier gemacht haben“, lobte Gast und Ufom-Gründungsmitglied Volker Schiek, Geschäftsführer des Landeskompetenznetzwerks Mechatronik und Mitglied im Lenkungskreis der Allianz Industrie 4.0.

„Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut liegt viel daran, den ländlichen Raum zu stärken. Sie war sehr angetan von Murrhardt, dem Format des Wirtschaftstags, dessen Themen und der Diskussion. Die Atmosphäre, das Engagement und die Eigeninitiative aller Beteiligten haben ihr imponiert. Und sie war überrascht über die große Zahl der örtlichen Unternehmen, die auf dem Weltmarkt erfolgreich agieren“, so Schieks positives Fazit.

Auch Bürgermeister Armin Mößner hob die „rundweg positive Resonanz“ auf den Wirtschaftstag hervor, zu dem die Spitze des Verbands Region Stuttgart in die Walterichstadt kam, „damit wir wieder stärker in den Fokus der Region rücken“. Zum Zukunftsthema Breitbandausbau erklärte er: „Mit dem Zuschuss von 11,3 Millionen Euro können wir gezielt die Wirtschaftlichkeitslücke schließen“, wobei die Anbindung der Gewerbegebiete und der vielen Teilorte Priorität habe.

Die städtische Wirtschaftsförderung unterstütze als „Anwalt der Unternehmer“ diese bei Problemen und vermittle bei Behörden, so Mößner. Da hakte Rolf Barreuther sofort ein: Ein Unternehmen mit 45 Mitarbeitern habe konkretes Interesse an einer Gewerbefläche im Areal Froschgrube, berichtete er und bat die Stadtverwaltung, diesem eine kurzfristige Lösung zu ermöglichen. Wegen der Wohnraumknappheit und der großen Bauplatznachfrage soll eine Wohnungsbau-Offensive starten, um leichter Baugebiete an Ortsrandlagen ausweisen zu können und Investoren beim Bau von Mehrfamilienhäusern zu unterstützen, kündigte der Bürgermeister an.

Durch die Stauproblematik in Oppenweiler gehe die Lebensqualität immer mehr verloren, doch: „Wir sind dran“, bei den zuständigen Behörden nachzuhaken, damit die dringend erforderliche Ortsumfahrung baldmöglichst realisiert werden könne, versicherte der neue Bürgermeister Bernhard Bühler.

Ufom-Vorstandsmitglied Karin Galán informierte über die Berufsorientierungsaktivitäten von Walterichschule und Heinrich-von-Zügel-Gymnasium im Projekt Schule und Betrieb. Anerkennend hob Barreuther das Durchhaltevermögen von Techniklehrer Theo Wehrle der Walterichschule hervor, der seit über 20 Jahren die Schülerpräsentationen von Murrhardter Firmen in den Vitrinen in der Innenstadt betreut. Beim Ausbildungsverbund wies Galán auf das Kooperationspilotprojekt Internationale Betriebspraktika von Ufom und Stadtverwaltung hin, das einen Praktikantenaustausch zwischen den Partnerstädten ermöglicht und trotz Brexit auch mit Frome weiterläuft.

Rasch hakte die Versammlung die Formalien ab. Zum Jubiläum des 20-jährigen Ufom-Bestehens in 2019 werde die Internetseite auf Vordermann gebracht, kündigte Kassier Herbert Gräßl an. Auch wolle sich das Ufom für eine Leader-Förderung von Beispielprojekten zur Berufsvorbereitung und Ausbildung Jugendlicher einsetzen.

Unisono stimmte die Versammlung für den Haushaltsplan 2018 und entlastete den Vorstand. Das Ufom zählt nun 57 Mitglieder: Neu hinzugekommen ist der selbstständige Brandschutzbeauftragte und Feuerwehrkommandant Gregor Eltschkner, der die Notwendigkeit des vorbeugenden Brandschutzes für Unternehmen deutlich machte. Des Weiteren der von Apotheker und Inhaber Stefan Wahl gegründete Verbund Vitalwelt-Apotheke mit derzeit sieben Standorten, rund 200 Mitarbeitern und breitem Dienstleistungsspektrum.