Jubiläumsausfahrt mit Freunden

Oldtimer-Club Großerlach bestreitet Tagesausflug inklusive Museumsbesuch und kleinem Geschicklichkeitsparcours

Strahlend blauer Himmel, blitzendes Chrom und liebevoll geputzte und auf Hochglanz gebrachte Oldtimer ließen zur Jubiläumsausfahrt des Oldtimer-Clubs Großerlach den Murrhardter Marktplatz zum schmucken Ausstellungsort werden – allerdings nur für eine Stunde, bevor die Oldtimer-Rallye startete.

Vor dem Start treffen beeindruckende Oldtimer auf dem Murrhardter Marktplatz ein. Foto: privat

MURRHARDT (pm). Die Walterichstadt wurde als Ausgangspunkt gewählt, weil dem Oldtimer-Club Großerlach auch viele Murrhardter angehören, so auch das Organisationsteam Eddy Bodamer, Heinz Fohrer und Rüdiger Nitschke, wie der Verein in einem Bericht wissen lässt.

Vor 20 Jahren wurde der Oldtimer-Club gegründet. Seither treffen sich die Mitglieder regelmäßig. Das Domizil samt Werkstatt, Hebebühne und Stammtisch befindet sich in einem ehemals landwirtschaftlichen Gebäude in Morbach. Zu den Aktivitäten gehören Sommerfeste, Ausflüge und Ausfahrten, genauso wird fleißig geschraubt. Die alten Kostbarkeiten – von Autos über Motorräder bis hin zu Schleppern und ihre Restaurierung – stehen dabei im Mittelpunkt. Im Besitz der Clubmitglieder befinden sich beispielsweise mehrere VW-Käfer, ein Opel Admiral, mehrere MG und Mini-Cooper, aber auch Modelle wie Porsche, Mercedes sowie ein Lanz Bulldog und Zweiräder der Marken Wanderer bis NSU.

Zum 20-jährigen Bestehen des Oldtimer-Clubs fand sich ein dreiköpfiges Organisationsteam zusammen und entwickelte die Idee, eine offene Jubiläumsrallye der Vereinsmitglieder mit ihren Oldtimerfreunden zu veranstalten.

Nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister Armin Mößner, dem Vorsitzenden Markus Götz und einer Anleitung von Heinz Fohrer vor dem Murrhardter Rathaus setzten sich die 30 Autos und Motorräder in Kleingruppen in Bewegung. Die Strecke führte durch den Schwäbischen Wald, das Limpurger Land ins Hohenlohische Satteldorf-Ellrichshausen, wo Rudolf Wagner ein privates, weithin bekanntes Oldtimermuseum betreibt. Zum Sammler wurde Wagner eher zufällig. Weil seine Frau dagegen war, einen alten Opel Rekord in die Schrottpresse zu geben, entwickelte sich nach und nach nicht nur seine Sammelleidenschaft, sondern auch sein Sachverständnis. „Ich sammle nur, was mich begeistert“, sagte Wagner, „und die Chemie zwischen mir und dem Verkäufer muss auch stimmen.“ Wagners haben 1973 von der Bahn einen stillgelegten Güterbahnhof erstanden und ihn mühe- und unglaublich liebevoll wieder hergerichtet. Das Anwesen ist eine Augenweide und bis ins Detail gestaltet und dekoriert, heißt es weiter im Bericht. Eine Lindenallee führt zum Güterschuppen. Jeder Quadratmeter ist belegt, Motorroller und Mopeds mussten sogar ins Obergeschoss weichen, das die Anmutung eines Wohnzimmers hat. Die Rallyeteilnehmer konnten sich gar nicht sattsehen. Rudolf Wagners größter Stolz ist ein 356er Porsche von 1959, den er vor dem Export in die USA rettete. Im Schatten der Bäume gab es dann noch ein zünftiges Weißwurstfrühstück, bevor die Ausfahrt über wunderschöne Landstraßen quer durch die Hohenloher Ebene nach Vellberg und den Aussichtspunkt Einkorn bei Schwäbisch Hall fortgesetzt wurde.

Eine Überraschung mit sportlichen Herausforderungen hatten die Organisatoren für den Abschluss der Rallye vorbereitet. Auf dem Parkplatz eines Discounters in Fichtenberg waren fünf Stationen zu bewältigen, die allen Fahrern und Beifahrern einiges an Geschick und Fahrgefühl abverlangten und gleichzeitig viel Spaß machten. Beispielsweise sollten sie genau mittig zwischen zwei weit auseinanderstehenden Pfosten hindurchfahren. Rechts und links wurde der Abstand gemessen und Strafpunkte vergeben, wenn die Mitte nicht getroffen wurde. Eine weitere Aufgabe war, in einer Kurve mit dem rechten Hinterrad ein auf der Strecke liegendes Gummitier zu treffen. Eine Distanz mit Augenmaß abzuschätzen und nach exakt 37 Metern anzuhalten, dies war genauso eine Herausforderung wie eine Gleichmäßigkeitsfahrt einer abgesteckten Strecke. Hier konnte nur punkten, wer sein Fahrzeug in- und auswendig kennt. Siegerehrung und Ausklang fanden im Kulinarium am Fornsbacher Waldsee statt. Für die besten drei Fahrer beziehungsweise Teams – Sven Kollack, das Team Meister sowie Sven und Christine Nittel – gab es besondere Pokale, deren Bestandteil ein echter Mahle-Kolben war und die Markus Götz, Vorsitzender des Oldtimer-Clubs, überreichte. „Der Dank ist die schärfste Form der Bitte“, formulierte Götz sein Lob an die Organisatoren und stellte in Aussicht, dass dies hoffentlich nicht die letzte gelungene Rallye war.

Am Sonntag, 17. Juni, werden sicher auch einige der Clubmitglieder mit von der Partie sein, wenn es anlässlich des 51-jährigen Bestehens der „Idyllischen Straße“ eine Oldtimerausstellung im Klosterhof geben wird.

  Weitere Infos im Netz unter www.oldtimerclub-grosserlach.de.