Engagement für Mitschüler gewürdigt

Bei der Abschlussfeier der Walterichschule erstmals Sozialpreis der Erlacher Höhe verliehen – Neuntklässler danken ihren Lehrern

Stolz und glücklich darüber, ihren ersten Schulabschluss bravourös geschafft zu haben, empfangen die Neuntklässler der Walterichschule in eleganten Abendkleidern und Anzügen entsprechend ihrem Motto „Kings and Queens“ eine große Gästeschar zu ihrer Abschlussfeier.

Die Neuntklässler der Walterichschule haben sich zu ihrer Abschlussfeier richtig chic gemacht. Sie stand unter dem Motto „Kings and Queens“. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Als Premiere wird heuer erstmals der neue Sozialpreis der Erlacher Höhe für herausragendes soziales Engagement mit Zertifikat und Buchgutschein verliehen. Dafür ausgewählt hat das Kollegium Fiona Schuster: „Sie war unsere gute Seele, weil sie sich sehr sozial verhalten hat, immer zur Stelle war und geholfen hat“, hebt Schulleiterin Martina Mayer im Nägelesaal hervor. Mit diesem Preis wolle die Erlacher Höhe Schüler auszeichnen, die sich mit besonders hoher sozialer Kompetenz in der Schule für ihre Mitschüler, aber auch darüber hinaus für ihre Mitmenschen engagieren, verdeutlicht Andrea Beckmann, Mitarbeiterin der Einrichtung für Öffentlichkeitsarbeit, und überreicht Fiona Schuster den Preis.

„Leistung lohnt sich“, betont die Rektorin. Dies sehe man an den 19 Schulabgängern: Vier haben bereits einen Ausbildungsplatz in der Tasche, die übrigen wollen weiter die Schulbank drücken. Vier Schüler gehen künftig in die Klasse 10 der Werkrealschule, zehn in eine zweijährige Berufsfachschule in Backnang und ein Schüler in die duale Ausbildungsvorbereitung. Um im Leben erfolgreich zu sein, gelte es, zu wissen, was man will, zu überlegen, wie man sein Ziel erreichen kann und sich aufzuraffen, das zu tun, was zu diesem Ziel führt. Dazu heiße es, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für andere, so Martina Mayer. Das bedeute, leistungsbereit zu sein, nicht alles als Last zu empfinden, bei Herausforderungen im Vertrauen auf die eigene Kraft und das Können zuzupacken sowie andere zu verstehen, sich auf sie einzustellen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Martina Mayer dankt allen Lehrern, die den Jugendlichen das Rüstzeug für die Zukunft mitgegeben haben, vor allem Klassenlehrerin Katja Bienert, die sie mit großem Engagement zur Eigenverantwortung angeleitet hat. Allen Mädchen und Jungen wünscht die Rektorin „ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen“, dazu die Fähigkeit, ihr Leben selbstverantwortlich zu gestalten und für andere etwas zu tun.

Treffende Abschiedsworte findet Klassensprecher Serdar Murat. Die Schüler seien „froh, das Lernen und die Prüfungen hinter sich zu haben“, während die Eltern hoffentlich stolz auf ihren Erfolg seien und die Lehrer „erleichtert, dass sie wieder eine Chaotengruppe überstanden haben“. Für die Erwachsenen sei es nicht immer leicht gewesen, „unser Verhalten, unsere Reaktionen und emotionalen Ausbrüche zu ertragen und uns trotzdem mit Freude, Ausdauer und viel Kraft auf den richtigen Weg zu führen“.

„Wir wissen, dass wir manchmal ganz schön anstrengend waren“, räumt Klassensprecherin Günes Yilmaz selbstkritisch ein, die zugleich stellvertretende Schülersprecherin war. Sozialpreisträgerin Fiona Schuster ruft ihre Mitschüler auf, ihre Wünsche ernst zu nehmen, den Mut zu finden, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Claudia Gabler, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende und Vorstandsmitglied des Fördervereins der Walterichschule, sowie ihr Kollege Ralf Fiedler überreichen den Preis des Fördervereins an Yvonne Arndt. Sie habe sich sehr gut entwickelt und eine deutliche Leistungssteigerung in den letzten beiden Schuljahren gezeigt, so Martina Mayer.

„Erstmals habt ihr etwas Wichtiges erreicht: Das Abschlusszeugnis ist eure Eintrittskarte fürs selbstbestimmte Leben“, freut sich Bürgermeister Armin Mößner mit den Schulabgängern. Doch: „Es gibt keinen Abschluss ohne Anschluss.“ Darum sollten sie nun gut überlegen, wie es weitergeht, ob sie eine weiterführende Schule besuchen oder eine Berufsausbildung machen, verdeutlicht der Rathauschef. Im Anschluss zeigen die Absolventen Impressionen von der Abschlussfahrt nach Berlin, bei der die Neuntklässler den Reichstag besichtigten, dazu viele Sehenswürdigkeiten und Madame-Tussauds-Wachsfigurenkabinett sowie die Gedenkstätte „Konzentrationslager Sachsenhausen“.