Weiterhin recht trocken und nur moderat zu warm

Das Wetter im Schwäbischen Wald, in Murrhardt dokumentiert und beschrieben von Freddy Friedhoff

Wer gehofft hatte, der November würde endlich die von der Natur so dringend benötigten Niederschläge bringen, wurde herb enttäuscht. An insgesamt sieben Tagen fiel Regen, allerdings immer nur in einer für den Wasserhaushalt absolut vernachlässigbaren Menge.

MURRHARDT (fwf). Es reichte jeweils gerade mal dazu, dass die Straße ein wenig nass aussah. In Summe waren es gerade einmal zwölf Liter pro Quadratmeter. Bis zur Monatsmitte hin klang der 2018 fast nicht enden wollende Sommer dann doch aus. Das Thermometer vermochte teilweise auf knapp unter 20 Grad Celsius zu steigen. In der zweiten Monatshälfte dominierten eher Morgenfröste, auch tagsüber wurde es, dem tiefen Sonnenstand geschuldet, auch nicht mehr so warm. Mit einem Mittelwert der Temperatur von 6,2 Grad Celsius war der Nebelmonat 2018 zwar wärmer als ein durchschnittlicher November, markierte aber keinen extremen Ausreißer nach oben. Die Luftdruckkurve zeigte einige steile Flanken, bewegte ich aber kontinuierlich eher im Hochdruckbereich.

Mit sehr sonnigen Tagen und ruhigem Herbstwetter startete der November 2018 in der Murrhardter Gegend. Einzig der Sonntag (4.) war von früh bis spät hochnebelig grau. Während am 1. und 2. der Tag mit Temperaturwerten jeweils um 2 Grad Celsius noch der Jahreszeit angemessen startete war es am 4. und 5. morgens mit 9 Grad Celsius schon fast wieder frühlingshaft warm. Tagsüber stieg das Thermometer auf 10 bis 13 Grad.

In Kalenderwoche 45 war der Mittwoch ganz eindeutig der frühlingshafteste Tag. Schon Montag und Dienstag waren recht sonnig, Mitte der Woche kletterte das Thermometer bei nahezu ungestörter Sonneneinstrahlung auf knapp 18 Grad Celsius. Der Donnerstag hatte dann noch einmal Wolken und sogar einige wenige Tropfen Regen im Gepäck, Freitag und Samstag waren wieder sonnig bevor der Sonntag auch wieder mit ein paar Spritzern Regen startete. Alles in allem blieb es aber für Ende der ersten Novemberdekade sehr mild.

Der Montagmorgen (12.) begann sternenklar, im November normalerweise ein Indiz für leichten bis strengen Frost. Nicht so 2018. Die Frühtemperatur lag bei plus 6 Grad, 1980 begann der 12. November mit frostigen minus 7 Grad. Mit einem für uns mittlerweile ungewohnten Wetterschema, nämlich mit ein wenig Abwechslung, ging es durch die zweite Novemberwoche. Montag viel Sonnenschein bei maximal 13 Grad Celsius, Dienstag ein wenig Regen, Mittwoch wieder Sonnenschein, Donnerstag bei maximal nur noch 7 Grad Celsius recht frisch, ab freitagmorgens Boden- beziehungsweise Luftfrost aber in der Spitze wieder etwas wärmer und allgemein sonniger. Der Sonntag (18.) wartete vor allem auf den Höhen trotz Sonnenscheins bei einstelligen Temperaturwerten zusätzlich mit einem beißenden Ostwind auf. Ein herrliches Wetter, um in guter Einmummelung Spaziergänge zu machen.

Schon in jener Woche hatten manche Medien in ihrer Berichterstattung das Schneechaos und die Russenpeitsche als Aufmacher für die Folgewoche herausgeholt. Im Osten der Republik gab es dann am Montag tatsächlich ein wenig Schnee, der sogar kurzzeitig liegen blieb. Bei uns reichte es für drei kaum wahrnehmbare Flocken pro Straße. Der kalte Ostwind blieb uns bei strukturiert grauem Himmel allerdings erhalten. Nachdem es dann bis zur Wochenmitte mit Morgenfrost und niedrigen einstelligen Tageshöchstwerten der Temperatur doch recht frisch blieb, wandelte sich das Bild ab Donnerstag (22.) wieder. Der großräumige Luftmassenversatz hatte wieder von Ostströmung auf Südwestströmung gedreht. In der Folge stieg das Thermometer bei Sonnenschein auf über 10 Grad Celsius hinaus. Am Samstagmorgen (24.) gab es sogar noch einmal ein paar Spritzer Regen. Am Sonntag kletterte die Quecksilbersäule gar auf 14 Grad Celsius. Die letzte Novemberwoche startete zunächst einmal mit vielen Wolken, aus denen im Verlauf des Montags auch einige Tropfen Regen fielen. Auch der Dienstag blieb nicht ganz trocken, wobei die Niederschlagsmenge mit weniger als einem Liter pro Quadratmeter sehr überschaubar war. Mittwoch und Donnerstag starteten wieder mit leichtem Frost, tagsüber verharrte die Temperatur bei wechselnder Bewölkung im einstelligen Bereich. Zum Ultimo hin hatte sich auf halber Strecke zwischen Irland und Island ein tiefes Tiefdruckgebiet mit einem Kerndruck von 945 Hektopascal ausgebildet. Diesem stand etwa 3000 Kilometer südöstlich über Weißrussland ein sehr kräftiges Hochdruckgebiet mit einem Kerndruck von 1045 Hektopascal gegenüber. Das sind sagenhafte 100 Hektopascal Druckunterschied. Auf der Nordsee blies der Wind ordentlich.

Noch ein Blick auf die Wetterdaten des Herbstes 2018. Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,3 Grad Celsius lag der Murrhardter Herbst 2017 bis um knapp drei Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt nur 78 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir rund 70 Prozent weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 72 trockene Tage im Herbst 2017 stehen durchschnittlich 49 trockene Tage gegenüber. An einem Tag fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag (üblich sind etwa zwei).

Weiterführende Informationen, aktuelle und archivierte Wetterwerte sowie Bilder rund um das Murrhardter Wetter gibt es unter der Adresse www.murrhardtwetter.de.