Von Zeit zu Zeit

Lebendiger Adventskalender hat sich in Murrhardt etabliert – Fürs nächste Jahr stellt sich die Frage nach einem etwas früheren Start

Das zwölfte Jahr des lebendigen Adventskalenders ist abgeschlossen. Die Einrichtung, über die sich jeden Tag ein Fensterchen mit einer Aufführung öffnet, hat sich als kleine Vorfreudeninstitution für Mitwirkende und Zuschauer in Murrhardt etabliert. Möglicherweise stellt sich fürs kommende Jahr aber die Frage, noch mal über den Startzeitpunkt nachzudenken.

Der Adventskalender ist für Klein und Groß eine schöne Sache. Unter den Mitwirkenden und Zuschauern sind auch viele Kinder. Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

MURRHARDT. Initiatoren des lebendigen Adventskalenders sind die Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement, die Stadtverwaltung und die Bürgerstiftung Murrhardt. Mittlerweile ist er schon fast in jugendlichem Alter, hat dieses Jahr zum zwölften Mal stattgefunden. Birgit Wolf, Leiterin der Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement, bei der die Fäden für die Organisation zusammenlaufen, sagt: „Die Leute machen gerne mit, ich habe also keine Probleme mehr, Mitstreiter und Gruppen für die Auftritte zu finden.“ Aber dahinter steht natürlich auch eine längere Aufbauarbeit.

Es wirken auch viele Kinder und Jugendliche mit, und Birgit Wolf sieht beim lebendigen Adventskalender den Vorteil, ihnen so die Möglichkeit zu geben, sich vor einem Publikum zu präsentieren, sei es mit Liedern oder anderen Vorführungen. Mittlerweile weiß sie auch, dass insbesondere Vereine die Gelegenheit gerne nutzen, kommen die Kinder und Jugendlichen so doch in die Lage, ein Musik-, Tanz- oder Textstück nicht nur vor den Mitgliedern, sondern auch ein weiteres Mal vor einer anderen Zuschauerrunde aufzuführen. Insofern werden sie dies sicher auch im kommenden Jahr nutzen.

Eine Sache im zu Ende gehenden Jahr war allerdings anders als zuvor, und zwar der Startzeitpunkt. Fanden sich Mitwirkende und Zuschauer bisher um 17 Uhr vor dem Rathaus ein, wurde der Beginn nun auf 18 Uhr verlegt, angeregt von der Bürgerstiftung. Die Überlegung war, dass dies möglicherweise noch mehr Ruhe für den vorweihnachtlichen Genuss bringen könnte. Vor dem Hintergrund, dass nach Ladenschluss auch niemand mehr los muss und den Vorträgen entspannter lauschen kann, erschien den Veranstaltern dies auch sinnvoll, erzählt Birgit Wolf.

Manche Kindergärten finden für die jüngeren Kinder den späteren Startzeitpunkt nicht ideal

Doch in den Gesprächen mit den Verantwortlichen für die jüngeren Mitstreiter hat sich herausgestellt, dass der spätere Zeitpunkt nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß. „Manche Kindergärten fanden das nicht so gut“, sagt Birgit Wolf, wobei die Rückmeldungen nicht alle gleich ausfielen und manche keine Probleme mit 18 Uhr hatten. Die Tendenz: Je mehr ältere Kinder bis hin zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Gruppen waren, desto unproblematischer ist 18 Uhr. Ist jemand unter den Aufführenden, der schon eine Lehre macht, ist der vielleicht sogar froh. „Auch für die Zuschauer war der spätere Startzeitpunkt eigentlich kein Thema“, stellt die Leiterin der Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement fest.

Eine Kleinigkeit allerdings hatte niemand so richtig auf dem Schirm. Pünktlich um 18 Uhr beginnt wochentags eine Phase, während der die Glocken der Stadtkirche länger als sonst läuten, und Lieder oder Vorträge kommen kaum gegen diese Lautstärke an. „Wir haben dann einfach die sechs oder acht Minuten gewartet, bis wir angefangen haben“, berichtet Birgit Wolf. Schließlich sollten die Beiträge, ob es nun Lieder, Gedichte, Geschichten, Texte, Tanzvorführungen oder Mischungen verschiedener Darbietungsformen waren, auch beim Publikum ankommen. Mitgemacht haben wieder viele Vereine, Kindergärten, Schulen, Initiativen und Einzelpersonen. Auch wenn sich Birgit Wolf zahlreiche Zuschauer bei jedem Termin wünscht, so merkt sie doch auch an, dass es ebenso auf die Qualität der Abende ankomme. Sie erinnert sich an eine Adventskalendervorstellung, bei der die Atmosphäre so dicht gewesen sei und die Zuschauer so intensiv gelauscht hätten, und das, obwohl es geregnet hat.

Fürs kommende Jahr bleibt für sie die Frage, ob man versucht, den Bedürfnissen von Eltern mit sehr kleinen Kindern beziehungsweise deren Erzieherinnen entgegenzukommen. Ihre Idee, auch mit Blick auf die Glockenphase, ist, bei der Bürgerstiftung als Startzeitpunkt 17.30 Uhr anzuregen. „Wir werden das einfach gemeinsam besprechen und überlegen.“