Engmaschigere Prüfung gefordert

Fraktionen bedauern Anstieg – Kontinuierliche Investitionen, Personalaufwand gewachsen

(eke). Unisono bedauerten die Fraktionssprecher, dass die Wasserversorgungsgebühren erhöht werden müssen. Zugleich stellten sie aber klar, dass dies notwendig ist, da die Stadtwerke in den vergangenen Jahren viel in die Trinkwasserversorgung und Infrastruktur investiert hätten und der Personalaufwand gestiegen sei. Die Erhöhung um etwa zehn Prozent fand Hartmann Widmaier (MD/AL) „etwas heftig“, auch da diese Gebühr schon länger nicht mehr neu kalkuliert wurde. „Normalverbraucher bekommen quasi eine Subvention durch die Großabnehmer“, bestätigte Rainer Braulik auf Nachfrage des Stadtrats.

„Gebührenerhöhungen mag keiner, doch wir müssen in den sauren Apfel beißen“, stellte Mario Brenner (CDU-FWV) fest. Pro Monat zahle eine Person etwa drei, eine Familie etwa fünf Euro mehr, rechnete er vor. „Wir haben sehr viel investiert und sind am weitesten vorn, wovon die Bürger profitieren, haben aber zu spät kalkuliert, das muss sich in Zukunft ändern“, forderte der Stadtrat die Stadtwerke auf.

„Wir haben sehr gutes Wasser und nutzen eigene Quellen, darum sind Aufbereitungsanlagen notwendig, und deshalb ist unser Trinkwasser auch teurer als in den Nachbarkommunen, die zum großen Teil an die NOW angeschlossen sind“, verdeutlichte SPD-Fraktionsvorsitzender Edgar Schäf. Die Gebührenerhöhung pro Person sei „überschaubar“, aber: „Wir können das Wasser nur so preiswert anbieten, weil wir Großverbraucher haben.“ Die Stadtwerke forderte er auf, künftig die Kosten besser zu überwachen und zeitnah zu kalkulieren, „dass wir nicht mehr größere Gebührensprünge machen müssen“.

„Preiserhöhungen sind nicht erfreulich, aber unumgänglich“, doch sollte die Kalkulation ständig überprüft und angepasst werden, forderte Rainer Hirzel (UL).

Kritisch äußerte sich Rolf Kirschbaum (CDU-FWV): „Ich bin kein Freund der hohen Grundgebühr, da sich dadurch das Wassersparen nicht mehr lohnt.“ Bei der Grundgebühr stehe Murrhardt an dritter, bei der Verbrauchsgebühr an sechster Stelle im Kreis. Auch bezweifelte er, dass die Walterichstadt im Bereich der Versorgungsinfrastruktur so viel weiter ist als andere Kommunen. „Es ist legitim, Fixkostenanteile auf die Gebührenzahler umzulegen“, erwiderte der Bürgermeister, da von ihnen auch jeder profitiere.

„Wasserverschwendung sollte man tunlichst vermeiden, doch von der Hygiene her ist es besser, wenn mehr Wasser durch die Leitungen fließt“, betonte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Schließlich befürwortete das Stadtparlament bei zwei Enthaltungen die Neukalkulation der Wasserversorgungsgebühren.