Der Chef ist gleichzeitig auch Kassier

Leichtathletik-Kreis bleibt ohne Kassenwart, blickt aber auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Geht nicht ohne Zuversicht ins letzte Jahr als Vorsitzender: Ulrich Zimmermann.Foto: Becher

Von Gisbert NiEderführ

Terminprobleme und die Besetzung der Funktionärsposten sind beim Leichtathletik-Kreistag in Rommelshausen im Mittelpunkt gestanden. Beide Punkte werden die Vereine weiterhin beschäftigen. Zwar haben zwei Neulinge Ämter übernommen, das größte Problem jedoch steht erst im kommenden Jahr an. Dann nämlich will der Murrhardter Ulrich Zimmermann, im 14. Jahr mittlerweile Kreisvorsitzender, nicht mehr antreten. 71 sei er jetzt, und es müssten allmählich Jüngere die Verantwortung übernehmen.

Das hatte sich bereits vor einem Jahr Hans Staudenmaier vom VfL Waiblingen gedacht. Der Sportwart hatte nicht mehr kandidiert, sein Amt aber mangels Nachfolger noch einmal für ein Jahr kommissarisch weitergeführt. Jetzt hat er erneut verlängert („ein Jahr, unwiderruflich“), weil sich partout kein Nachfolger fand.

Ob das Ulrich Zimmermann in einem Jahr genauso ergeht? Im Moment ist er in Doppelfunktion aktiv. Kassier Peter Schilling hatte vor einem Jahr aufgehört, und weil er gesundheitlich angeschlagen war, die Arbeit nicht kommissarisch weiter erledigt. So waren die Unterlagen bei Zimmermann gelandet, der seither Vorsitzender und Kassier in Personalunion ist. Das macht er offensichtlich so gut, dass der Kassenbestand von 4634 Euro auf 5257 Euro gestiegen ist. Zu den Einnahmen zählt eine 800-Euro-Spende vom Sportkreis, die dessen Vertreter Michael Malcher auch für 2019 zusagte.

Um die Finanzen muss sich Zimmermann weiterhin kümmern. So sehr er auch warb („Das ist nicht so viel Arbeit, 15 bis 20 Buchungen im Jahr“), es erbarmte sich niemand, ihm das Amt abzunehmen; trotz des Vorschlags von Michael Malcher, den Job nach außen zu vergeben – und über Gelder, die die Vereine aufbringen müssten, zu finanzieren.

Dass die Besucher des Kreistags nicht wild auf neue Posten sind, überrascht nicht, schließlich haben sie alle im eigenen Verein genug zu tun. Und so „mau“ (Zimmermann) die personelle Lage im Kreis auch ist, „in anderen Kreisen ist es noch viel extremer“. Hans Krieg, als Vertreter des Württembergischen Leichtathletikverbandes zu Gast, kann das beurteilen. Dem Leichtathletikkreis Rems-Murr indes hilft dies wenig.

Weiter bringt ihn, dass mit Edit Nickel (SV Winnenden) eine Kampfrichterwartin gefunden wurde und mit Kathrin Wurst (LG Weissacher Tal) überraschend auch eine zweite Jugendleiterin. Alle anderen Funktionäre wurden, soweit sie antraten, bestätigt, der gesamte Vorstand zudem entlastet.

Der Kreis blickt, so Zimmermann, auf ein Jahr 2018 zurück, das sportlich noch erfolgreicher war als 2017. Das liege unter anderem an „der fast professionellen Arbeit der Vereine“. Sehr zufrieden ist Zimmermann auch mit seiner Vorstandsmannschaft. Wenn jeder im Vorstand wisse, was er zu tun hat, und das auch erledige, „dann ist die Arbeit kinderleicht“. Und im Kreis Rems-Murr sei das so. Allerdings müsse der Generationswechsel endlich eingeläutet werden. „Es können nicht nur 70-Jährige aktiv sein.“

Zweites Hauptthema bei der Hauptversammlung der Rems-Murr-Leichtathleten waren die Termine. Der Kreis hat große Probleme, freie Zeiten für Wettbewerbe zu finden, zum einen, weil übergeordnete Verbände Vorrechte haben (und, so Hans Staudenmaier, zuweilen nach „Wildwest-Methoden vorgehen“), er selbst aber, wie Thomas Strohm monierte, zu spät plane. Strohm brachte eine Online-Terminbörse ins Spiel, beschlossen aber wurde nichts. In einem anderen Punkt jedoch setzte sich der Waiblinger durch: Das Amt des Breitensportwarts wird abgeschafft. Zumindest eine Funktionärsstelle, die künftig dann auch nicht mehr besetzt werden muss.