Laufenten finden neuen Unterschlupf

Evelin Kugler von der Rümelinsmühle kümmert sich um vier Erpel – Tiere vom Feuersee evakuiert

Evelin Kugler schaut nach den Laufenten, die bei der Familie untergekommen sind. Foto: J. Fiedler

MURRHARDT (cs). Wenn Evelin Kugler zu ihren neuen, tierischen Gästen in die Scheune hinter der Rümelinsmühle geht und die Tür öffnet, muss sie keine Angst haben, dass ihre Besucher ausbüxen und das Weite suchen. Ihre Flatterle, wie sie die vier Laufenten liebevoll nennt, zeigen keine Ambitionen, sich nach draußen aufzumachen. Offensichtlich fühlen sie sich in ihrer neuen Unterkunft wohl. Der erste Erpel kam vor rund drei Wochen zur Familie, nachdem Einsatzkräfte der Feuerwehr Murrhardt ihn von der Eisfläche auf dem Feuersee geholt hatten (wir berichteten). „Der Tierarzt Harald Pfeiffer hat ihn angeschaut, wir päppeln ihn jetzt auf“, sagt Evelin Kugler. Mittlerweile hat Julius, wie sie ihn getauft hat, außerdem Gesellschaft. Drei weitere Laufenten sind hinzugekommen, für die die Stadtverwaltung dort ebenfalls eine Unterkunft erhalten hat. Wie Stadtbauamtsleiter Lars Kaltenleitner berichtet, hatte das Veterinäramt dazu geraten, die Tiere während der Kälteperiode möglichst auf einer landwirtschaftlichen Fläche unterzubringen und nicht am Feuersee zu belassen. Kaltenleitner geht davon aus, dass das Quartett auch nicht am Feuersee heimisch ist, da dieser nicht ihre ursprüngliche Umgebung darstellt. Vielmehr liege nahe – weder die Stadt oder private Spender hätten sie fürs Gewässer angeschafft – dass sie vor vielleicht vier oder fünf Jahren dort ausgesetzt worden seien. Er ist dankbar, dass sie nun bei Kuglers einen guten Unterschlupf gefunden haben. Wie es dann zu wärmerer Zeit mit dem Quartett weitergeht, müsse man noch sehen.

Derweil schaut Evelin Kugler nach den Tieren. Von ihr bekommen sie Salat, Körnerfutter – Mais, Gerste und Weizen – sowie ab und zu ein Stück Brot. Auch frisches Wasser steht im Stroh bereit. Auf ihren Gängen zum ehemaligen Hühnerstall begleiten sie ihre beiden Katzen Samoa und Elsa, die neugierig nach drinnen schauen. Was sagt sie zur unverhofften Zusatzaufgabe? „Ich mach es gerne, schau regelmäßig nach meinen Flatterle.“