Poesiealben als Zeichen der Zeit

Das Heimatmuseum Gschwend-Horlachen widmet ihnen eine Sonderausstellung

Der Ausschnitt zeigt die liebevolle Gestaltung und Bebilderung. Foto: privat

GSCHWEND (pm). Seit gut 150 Jahren ist das Poesiealbum ein beliebtes Mittel, besonders bei Mädchen, sich in Bildern, Texten oder Versen die gegenseitige Zuneigung auszudrücken. So sind sie mittlerweile zu interessanten Zeitdokumenten geworden. In den vergangenen Jahren gelangte eine größere Anzahl solcher Poesiealben in die Sammlung des Heimatmuseums in Gschwend-Horlachen. Für Valeria Bühler aus Schlechtbach waren sie der Anlass, sich intensiver mit Poesiealben zu beschäftigen, wie der Heimat- und Geschichtsverein Gschwend und Umgebung berichtet. Zusammen mit dem Museumsteam hat sie eine Sonderausstellung gestaltet. Durch einen Aufruf an die Gschwender Bevölkerung kamen mehr als 20 Alben als Leihgaben für die Ausstellung hinzu. Die Schau versammelt knapp 40 Poesiealben aus einem Zeitraum von rund 150 Jahren und reflektiert über sie auch die Zeitgeschichte und den Wandel des Mediums.

Waren die Besitzer im Kaiserreich vielfach Erwachsene, wurden Poesiealben in der Nachkriegszeit hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern geführt. Große Unterschiede zeigen sich zwischen Stadt und Land. Der Einfluss des Zeitgeistes ist besonders in den Alben aus der Zeit des Nationalsozialismus abzulesen. Ein Poesiealbum aus der DDR unterscheidet sich genauso.

Beim Rundgang durch die Sonderausstellung wird auch die Entwicklung von Stammbüchern über Freundschaftsbücher bis zu Poesiealben aufgezeigt. Dabei bekommen die Texte genauso eine Bühne wie die farbenfrohen Bildchen, die auch Oblaten genannt werden.

Die Besucher des Heimatmuseums sind ebenso ins Museumscafé eingeladen. Die Trachtengruppe hält Kaffee, Getränke und Kuchen für eine gemütliche Pause bereit. Das Heimatmuseum in Gschwend-Horlachen ist am Sonntag, 3.März, von 14 bis 17 Uhr geöffnet.