Das Fornsbachlied singen sie bis heute

Vor 50 Jahren gründeten Wanderfreunde die SAV-Ortsgruppe Fornsbach – Manfred Weiß und Heinrich Brucker erinnern an die Anfänge

Ein starkes Zeichen für Heimat- und Naturverbundenheit setzten etliche Wanderfreunde in einer Zeit großer politisch-gesellschaftlicher Veränderungen. Am 1. März 1969 gründeten sie die Ortsgruppe (OG) Fornsbach im Schwäbischen Albverein (SAV).

Sie erinnern sich an viele Begebenheiten: Die Ehrenmitglieder Manfred Weiß (links) und Heinrich Brucker. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

FORNSBACH. Initiator und erster Vorsitzender war Hugo Hacker. Dem Vorstand gehörten auch Karl Dauch, Karl Kugler, Rudolf Küstner, Wilhelm Pfitzer, Gustav Stooß und Julius Wallisser an, leider sind alle verstorben. Bald traten weitere Wanderer ein, so die heutigen Ehrenmitglieder Manfred Weiß und Heinrich Brucker. Beide engagierten sich stark, übernahmen diverse Aufgaben und Vorstandsämter. „In Fornsbach gab es viele Wanderer, die schon 1968 die Gründung der OG vorbereiteten, einige Gründer waren vorher Mitglieder der OG Murrhardt oder Gaildorf“, erinnert sich Weiß.

Rasch stieg die Mitgliederzahl an von etwa 60 Anfang der 1970er-Jahre auf heute 124. „Von Anfang an unternahmen wir Halbtages- und Tageswanderungen in die Umgebung: kaum zu glauben, wie viele Kilometer wir damals gewandert sind“, so Weiß. Mehrtägige Jahreswanderfahrten führten „abwechselnd ins Flachland nach Nord- und Westdeutschland oder in die Alpen, auch nach Österreich und in die Schweiz“, ergänzt Brucker.

Eine wichtige Rolle spielen

gesellige Veranstaltungen

„Einige Mitglieder waren sehr musikalisch, sangen und spielten Instrumente, wie Horst Wieland die Zither. Das Ehepaar Hacker und weitere Wanderfreunde bildeten eine Sing- und Musikgruppe. 14-tägig fanden Singstunden statt, denn es gehörte dazu, bei Wanderungen und am Lagerfeuer Wanderlieder und Volksweisen aus dem SAV-Wander-Liederbuch zu singen.“ Und Fridel Hacker, die Frau des Vorsitzenden, kreierte das schwungvolle Fornsbachlied, das die Wanderfreunde und Besucher des evangelischen Gemeindenachmittags bis heute singen, so Weiß.

Eine wichtige Rolle spielten gesellige Veranstaltungen: Bei vierteljährlichen Heimabenden trafen sich die Wanderfreunde, um Aktivitäten vorzubereiten und gemütlich beisammen zu sein. „Für die Kurgäste gab es Familienabende mit buntem Programm aus musikalischen Darbietungen, Gedichten und Theateraufführungen“, und für die Mitglieder eine Weihnachtsfeier. „Da wir keine Theatergruppe hatten, luden wir oft jene der OG Gaildorf ein, die heitere schwäbische Stücke aufführte. Eine Kinderflötengruppe, die meine Frau Gisela unterrichtete und am Klavier begleitete, spielte Weihnachtsmelodien. Nicht fehlen durfte der Nikolaus, der die Kinder beschenkte“, hebt Brucker hervor.

„Wir waren auch die erste OG, die etwa von 1979 bis 1989 eine Waldweihnacht veranstaltete. Dazu wanderten wir zu einem vorher bestimmten Ziel, standen um ein Lagerfeuer und sangen Weihnachtslieder, dann kam der Nikolaus aus dem Wald. In den Anfangsjahren feierten wir auch jedes Jahr Fasching, dazu kostümierten wir uns“, erzählt Weiß. Bis heute feiert die OG Anfang August ein Sommerfest mit Abendwanderung, Grillen und Holzfeuer, im Advent eine kleine, gemütliche Weihnachtsfeier.

Bis vor einigen Jahren bot die OG auch ein vielseitiges Kinder- und Jugendprogramm an. So bestand eine Jugendgruppe, die (Rad-)Wanderungen unternahm, dazu gab es regelmäßig Spielenachmittage mit Geschicklichkeits- und Sportwettbewerben, Familiennachmittage und Freizeiten. „Beliebt war die sogenannte Fuchsjagd, eine Schnitzeljagd: Da ging der Fuchs, ein Wanderführer, mit zwei Kindern los. Er streute Papierschnitzel auf den richtigen Weg, die Kinder legten falsche Spuren. Dann sollten die anderen Kinder den richtigen Weg finden.“ Und von der Anfangszeit bis in die 1990er-Jahre „setzten wir uns auch für die Volksbrauchtumspflege ein und führten ab und zu Volkstänze auf“, erinnert sich Manfred Weiß. Großen Zuspruch finden heute rund 18 kostenlose, von erfahrenen Wanderführern geleitete Nachmittags- und Tageswanderungen pro Jahr der OG.

Seit 1995 besteht die Mittwochs- und Seniorenwandergruppe, die von März bis November monatlich zwei Nachmittagswanderungen unternimmt. Beliebt sind auch die jährlichen, mehrtägigen Wanderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die Wegewarte pflegen ehrenamtlich die rund 20 Kilometer Albvereinswege rund um Fornsbach mit drei Strecken und kontrollieren die Beschilderung, die sie bei Bedarf erneuern. Die Naturschutzwarte pflegen Naturschutzgebiete und Naturdenkmale, zudem bewirtschaften OG-Mitglieder zweimal jährlich das Wanderheim auf dem Eschelhof.