Kaelble-Maschinen trotzten Wüstensand und Hitze

Einsatz im größten Trinkwasserbauvorhaben der Welt – Werner Zick referierte im Bürgerhaus
Stand bei einem Vortrag des Fördervereins Technikmuseum im Fokus: Ein Trinkwasser-Projekt in der Sahara. Kaelble-Maschinen wurden eingesetzt.

BACKNANG (pm). Härteste Bedingungen und rüde Behandlung konnten den Maschinen aus Backnang wenig anhaben. Die sprichwörtliche Kaelble-Qualität war Basis des ausgezeichneten Rufs des Unternehmens in Nordafrika, sagte Werner Zick bei einem Vortrag im Backnanger Bürgerhaus. Beim letzten Vortrag im Jahr 2010 in der Reihe Technikgeschichte des Fördervereins Technikmuseum Backnang zog Zick gut 100 Zuhörer mit einem höchst unterhaltsamen Thema in seinen Bann.

Der ehemalige geschäftsführende Gesellschafter der Kaelble Baumaschinen GmbH hat bei diesem gigantischen Bauvorhaben in Libyen während zahlreicher Reisen in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts eindrucksvolle Erlebnisse gesammelt. Im Mittelpunkt standen dabei immer die verschiedensten Maschinen aus Backnang. Muldenkipper und Zugmaschinen, die in hohen Stückzahlen geliefert wurden, waren zu dieser Zeit das Rückgrat des Geschäfts.

Das Projekt, Tiefenwasser unter der Sahara zu fördern und über Tausende von Kilometern an die großen Küstenstädte des Landes zu bringen, ist wahrhaftig ein Vorhaben der Superlative. Es ist bis heute nicht vollendet. Millionen Kubikmeter Sand und Steine mussten bewegt werden. Endlose Gräben für die mehrere Meter hohen Pipelinerohre wurden ausgehoben. Gewaltige, kreisrunde Wasserspeicher wurden mitten in der Wüste aus dem Boden gefräst. Überall waren die schwäbischen Maschinen im Einsatz. Für die vor Ort ansässigen Kollegen oder die regelmäßig einreisenden Vertreter aus Backnang war das tägliche Leben nicht immer einfach. Die zu dieser Zeit herrschende politische Isolierung des arabischen Staates führte beispielsweise dazu, dass wegen fehlender Ersatzteile die örtlichen Fluglinien praktisch nicht mehr genutzt werden konnten.

Jede Autofahrt zu den weit verstreuten Stützpunkten der Firma war ein Unterfangen, das Tage dauerte und Tausende Kilometer kostete. Trotz aller Widrigkeiten hatte Zick viele positive Erlebnisse mit seinen arabischen Partnern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten waren die Beziehungen in aller Regel von großem Vertrauen geprägt. Der Förderverein Technikmuseum Backnang hatte in diesem Jahr mit seinen Vorträgen zur Technikgeschichte einen großen Bogen gespannt. Mit diesem Anspruch geht es auch ins nächste Jahr. Von Weinbau bis Verpackungstechnik, von Verkehrsleittechnik bis Schmerzverhinderung in der Zahnmedizin, von den Geheimnissen der Verschlüsselungstechnik bis zum alternativen Antriebsstrang im Auto – das Programm zur Technikgeschichte verspricht wieder interessante Abende. Alle Vorträge sind für interessierte Laien gedacht und finden im Bürgerhaus statt.