Fengler schmeißt den Bettel hin

Paukenschlag bei der TSG Backnang: Trainer der Landesligaelf nimmt den Hut, weil es Abstimmungsprobleme mit der Jugend gibt

Paukenschlag bei den TSG-Fußballern: Trainer Dirk Fengler schmiss völlig unerwartet den Bettel hin. Nicht wegen Problemen mit dem Landesligateam. Den Knatsch gab’s wegen des Trainers für die Oberliga-B-Jugend. Der bleibt der alte. Dafür braucht der Klub nun einen neuen Coach für seine erste Mannschaft

Gibt künftig bei der TSG Backnang keine Kommandos mehr: Dirk Fengler. Foto: A. Hornauer

Von Uwe Flegel

Es ist noch nicht lange her, da klopften sich bei dem Backnanger Traditionsverein beide Seiten noch gegenseitig auf die Schultern. Die TSG freute sich, dass der Ex-Profi, der als Jugendkicker schon in den Etzwiesen am Ball war, für eine weitere Saison zusagte. Fengler freute sich, wie die Vorstandschaft seine Arbeit und seine Wünsche für die Zusammenstellung des Kaders unterstützte und erfüllte. Nur wenige Wochen später ist alles anders. Der 42-Jährige nahm seinen Hut. Auslöser: „Eine personelle Entscheidung im Jugendbereich, bei der es zweifelsfrei Kommunikations- und Abstimmungsprobleme gab“, wie die TSG Backnang in einer Pressemitteilung einräumt.

Was der Verein verklausuliert bestätigt, ist der Fakt, dass das Zerwürfnis entstand, weil von zwei Seiten ein Trainer für die Oberliga-B-Jugend verpflichtet wurde. Der eine heißt Fatih Terzi und war mit Hannes Stahnke und Ingo Perus bisher schon für die Talente zuständig. Der andere ist Sebastian Mundtrock und war der Kandidat Dirk Fenglers. Problematisch wurde es, als beide von verschiedenen Vereinsseiten eine Zusage bekamen. Nun musste sich der Klub entscheiden. Die Wahl fiel zuerst auf Fengler-Mann Mundtrock. Nach Intervention aus dem Jugendbereich entschied sich die TSG dann für Terzi und sein Team. Zumindest wird diese Reihenfolge von Vorstandsmitgliedern des Vereins erzählt.

Fengler zog nun seine Konsequenzen. Schweren Herzens. „Ich habe extrem daran zu knabbern.“ Viel will er zu dem Thema nicht sagen, weil er „keine schmutzige Wäsche waschen will“. Aber: „Ich bin sehr enttäuscht.“ Warum er dennoch den Schlussstrich gezogen hat? „Wenn Dinge besprochen werden, sollten sich alle daran halten. Wer mich kennt, weiß dass ich einen klaren Weg gehe.“ Eine Linie, die’s bei der TSG bei der doppelten Trainersuche offenbar nicht gegeben hat. Wert legt Dirk Fengler in dem Fall auf die Feststellung, „dass ich nie eine Entscheidung gegen eine Person getroffen habe.“

Enttäuscht ist nicht nur der Ex-Coach. Das ist auch der Verein, den die Entscheidung des Trainers anscheinden völlig überrascht hat. Klar, da war der Zwist wegen des B-Jugend-Trainers. Zudem waren von Fengler geforderte Strukturveränderungen in der Kürze der Zeit noch nicht vorgenommen worden. Jedoch: „Die Verantwortlichen der ersten Mannschaft haben die Wünsche und Anforderungen des Trainers bezüglich Kaderzusammenstellung und Saisonvorbereitung zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.“ Das sei vom Trainer selbst ja erst vor kurzem in unserer Zeitung bestätigt worden, schreibt die TSG. Dem widerspricht Fengler nicht. Wieso auch. Schließlich entstand der Misston mit Folgen, weil in den Etzwiesen anscheinend die linke Hand nicht wusste, was die rechte tat.