Experten sind sich einig: Einen risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht. Bei vielen galt Alkohol in Maßen lange als gesundheitsfördernd. Doch das stimmt nicht. Zu viel Hochprozentiges führt schnell in die Sucht und kann tödlich enden.
Bei einem Verdacht auf eine Alkoholvergiftung gilt: Lieber einmal zu oft den Notruf 112 wählen als einmal zu selten (gestellte Szene).
Von Markus Brauer
In Trier ist ein Mann mit mehr als fünfeinhalb Promille gemessenem Atem-Alkohol in eine Klinik eingeliefert worden. Beamte trafen den augenscheinlich hilflosen Mann am Sonntag (7. Juni) am Boden liegend vor dem Bahnhof an, wie die Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt am Montag (8. Juni) mitteilte. Er habe lautstark „Hilfe Polizei“ gerufen.
Ein freiwilliger Atem-Alkoholtest habe einen Wert von 5,55 Promille gegeben. Einsatzkräfte des Rettungsdiensts brachten ihn umgehend ins Krankenhaus. Schon ab Werten von etwa drei Promille kann Alkoholkonsum lebensgefährlich sein und unter anderem zu Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma führen.
Welche Folgen hat Alkohol?
Was geschieht bei einem Alkoholpegel von mehr als 4,0 Promille?
Ab 4,0 bis 5,0 Promille führt der Alkoholspiegel bei Menschen ohne extreme Gewöhnung (untrainierte Trinker) fast immer zum Tod durch Atemstillstand oder Kreislaufversagen. Chronisch kranke Alkoholabhängige (Alkoholiker) können mitunter Werte überleben, die für andere definitiv tödlich sind.
Laut Medienberichten aus dem Jahr 2004 wurde ein damals 45-jähriger Pole aus Skierniewice nach einem Trinkgelage von einem Auto angefahren. Er überlebte nicht nur den Unfall, sondern auch die eigentlich tödliche Alkoholmenge. Die Blutprobe ergab 12,3 Promille!
Wie viel Promille überlebt ein Mensch?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Verdacht auf Alkoholvergiftung: Was tun?
Bei einem Verdacht auf eine Alkoholvergiftung gilt: Lieber einmal zu oft den Notruf 112 wählen als einmal zu selten, stellt die Initiative „Alkohol? Kenn dein Limit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung klar.
Eine schwere Alkoholvergiftung kann nämlich lebensgefährlich werden, da sie einen Atemstillstand oder ein Kreislaufversagen zur Folge haben kann. Nicht immer können Außenstehende erkennen, wie ernst die Lage ist. Was also ist zu tun?
Stabile Seitenlage schützt vor dem Ersticken
Der erste Schritt ist es, die Person in eine stabile Seitenlage zu bringen. Sie sorgt dafür, dass die Atemwege frei bleiben, sodass Erbrochenes abfließen kann, erklärt das Deutsche Rote Kreuz. Das verhindert das Ersticken.
Kostenübernahme oder nicht?
Bis der Rettungswagen kommt
Bis der Rettungswagen eintrifft, gilt:
Was im Krankenhaus geschieht
Angekommen im Krankenhaus: Wird jetzt der Magen ausgepumpt? Dieses Bild haben viele im Kopf. So eine Magenspülung wird der BZgA zufolge aber nur noch selten durchgeführt. Meist legt das Personal im Krankenhaus Infusionen, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen.
Zudem überwacht es Kreislauf, Atmung und Herzschlag und handelt, wenn etwas davon entgleist.
Nach 12 bis 24 Stunden können Betroffene einer Alkoholvergiftung in aller Regel das Krankenhaus wieder verlassen.
Gerade Minderjährige haben oft Angst, dass ihre Eltern von dem Ausflug in die Klinik erfahren. Und tatsächlich ist es so, dass das Krankenhaus bei Patienten unter 18 Jahren die Eltern informiert. Immerhin: Schule oder Arbeitgeber erfahren von der Alkoholvergiftung nichts, erklärt die BZgA, auch wenn Betroffene noch länger krankgeschrieben sein sollten. (mit AFP-/dpa-Agenturmaterial)