Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring

Ärger wegen Bezahlsystem schon vorab – Verbraucherschützer klagen

Vor dem Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring sorgt das bargeldlose Bezahlsystem für Streit. Die Verbraucherzentrale klagt in Köln. Worum geht es?

Ärger wegen Bezahlsystem schon vorab – Verbraucherschützer klagen

Das Glücksgefühle-Festival findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt.

Von Michael Bosch

Bis zu 250.000 Besucher werden zwischen dem 3. und 6. September auf dem Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring erwartet. Vor dem riesigen Event gibt es aber nicht das, was das Festival im Namen trägt, sondern Ärger mit Verbraucherschützern. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat beim Landgericht Köln Klage eingereicht. Es geht um das Bezahlsystem auf dem Festival. Zuerst hatten die „Badischen Neusten Nachrichten“ berichtet.

In diesem Jahr kann bei dem Festival nur bargeldlos mit sogenannten Glücks-Coins bezahlt werden. Diese können die Festivalbesucher vorab online erwerben. Die Währung wird auf einen Chip geladen, der am Festival-Bändchen befestigt ist. Wer das Guthaben erst auf dem Festivalgelände auflädt, zahlt eine „Servicegebühr“ von 2,30 Euro.

Verbraucherzentrale: Fantasiewährung ist „irreführend“

Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands ist das nicht rechtens: Wer auf dem Festivalgelände nur das vorgegebene System nutzen könne, dürfe nicht zusätzlich mit einer Servicepauschale belastet werden, heißt es. Die Verbraucherschützer kritisieren noch einen zweiten Punkt: die Auszahlung des Restguthabens. Dieses können sich die Besucher nach Angaben der Organisatoren ab dem 7. September über ihren Account auszahlen lassen. Dass das nur mit dem Festivalbändchen möglich ist, ist ebenfalls Teil der Unterlassungsklage.

Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte die Praktiken auf dem Festival kritisiert. Im vergangenen Jahr waren sogenannte Token zum Einsatz gekommen. Die Preise waren an den Verkaufsständen nur in der Fantasiewährung, nicht in Euro, angegeben, weshalb die Besucher  umrechnen mussten. Das sei „irreführend“, ließ die Verbraucherzentrale wissen. Mögliche Beschwerden in diesem Jahr wolle man prüfen.

Das Glücksgefühle-Festival ist nach eigenen Angaben das größte Musikfestival Deutschlands und vereint verschiedene Musikrichtungen. Es findet seit 2023 auf dem Hockenheimring statt. Organisiert wird es unter anderem von Ex-Fußball-Profi Lukas Podolski. In diesem Jahr treten unter anderem David Guetta, Mark Forster und Andreas Gabalier auf.

Ärger wegen Bezahlsystem schon vorab – Verbraucherschützer klagen

Bis zu 250.000 Besucher werden auf dem Hockenheim-Ring erwartet.