Die AMD-Aktie hat am Mittwoch deutlich an Wert verloren und notiert aktuell bei 192 Euro. Trotz starker Quartalszahlen enttäuschte der Ausblick des Unternehmens die Anleger.
Die AMD-Aktie fällt um 6 %, trotz starker Quartalszahlen. Warum der Ausblick des Unternehmens die Anleger enttäuschte und welche Rolle der Konkurrenzdruck spielt.
Von Matthias Kemter
Advanced Micro Devices (AMD) präsentierte am Dienstag nach Börsenschluss beeindruckende Zahlen für das vierte Quartal. Sowohl Umsatz als auch Gewinn übertrafen die Erwartungen der Analysten. Dennoch reagierten die Märkte negativ, da der Ausblick für das laufende Quartal hinter den hohen Erwartungen zurückblieb. Dies führte zu einem deutlichen Kursrückgang.
Starke Quartalszahlen, aber hohe Erwartungen
Im vierten Quartal konnte AMD mit einem Umsatz von 10,27 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,53 US-Dollar die Marktschätzungen klar übertreffen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34 %, während der Nettogewinn auf 1,51 Milliarden US-Dollar kletterte (Vorjahr 482 Millionen US-Dollar). Besonders das Rechenzentrumsgeschäft zeigte sich als Wachstumstreiber, mit einem Umsatzplus von 39 % auf 5,4 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser beeindruckenden Zahlen waren die Erwartungen der Anleger noch höher. Der Ausblick für das erste Quartal 2026, mit einem prognostizierten Umsatz von 9,8 Milliarden US-Dollar, lag zwar über den Konsensschätzungen, blieb jedoch hinter den optimistischeren Erwartungen einiger Marktteilnehmer zurück. Dies sorgte für Ernüchterung, insbesondere angesichts des aktuellen KI-Booms.
Konkurrenzdruck durch Nvidia
Ein weiterer Faktor, der auf der AMD-Aktie lastet, ist der Vergleich mit dem Konkurrenten Nvidia. Während AMD im Bereich KI-Hardware Fortschritte macht, bleibt Nvidia der dominierende Akteur mit höheren Margen und einem größeren Marktanteil. Die Anleger hatten gehofft, dass AMD schneller Marktanteile gewinnen könnte, doch die verhaltene Prognose dämpfte diese Erwartungen.
Unsicherheiten im KI-Markt
Obwohl AMD im Bereich künstliche Intelligenz zunehmend Fuß fasst und Partnerschaften mit Unternehmen wie OpenAI und Oracle vorweisen kann, bleibt die Unsicherheit groß. Die geplante Einführung neuer Produkte wie des KI-Serversystems Helios in der zweiten Jahreshälfte wird von den Märkten genau beobachtet. Bis dahin bleibt AMD im Schatten von Nvidia, was die Stimmung der Anleger belastet.
Fazit
Die AMD-Aktie leidet unter den hohen Erwartungen der Märkte, die selbst starke Quartalszahlen nicht zufriedenstellen konnten. Der enttäuschende Ausblick und der anhaltende Konkurrenzdruck durch Nvidia verstärken die Unsicherheit. Dennoch bleibt AMD langfristig gut positioniert, um vom KI-Boom zu profitieren.