Wandern in Baden-Württemberg

Ausflugstipps für schattige Wanderungen

Am Pfingstwochenende soll es heiß werden, da wandert es sich schön im Wald. Wir haben sechs Touren ausgewählt, bei denen es zumindest den Schatten eines Biergartens gibt.

Ausflugstipps für schattige Wanderungen

Bei der Donaufelsentour muss man am Jägerhaus die Donau auf Trittsteinen überqueren - manche machen dort einfach noch eine Pause.

Von Thomas Faltin

Auf diesen sechs Ausflügen zeigt sich Baden-Württemberg von seiner wunderschönen Seite: Tee in Teinach, Kaffee am Kocher, Bier in der Brauerei Berg und viele mehr. Viele Passagen führen durch Wald, wo es jetzt nicht ganz so heiß werden dürfte. Und angesichts der hohen Spritpreise haben wir auch Touren ausgewählt, die gut mit der Bahn erreichbar sind.

Wanderung: Der Teinacher im Nordschwarzwald

Dieser Premiumweg führt in mehreren Kurven und Schlenkern einmal um das kleine Schwarzwaldstädtchen Bad Teinach herum, und zwar fast immer im Wald. Man wandert zunächst gemächlich an der munter dahinplätschernden Teinach entlang, bevor es dann hinauf geht nach Zavelstein. Dies sind sicherlich die Höhepunkte der Wanderung: die Burgruine Zavelstein sowie die angrenzende Miniaturaltstadt. Zavelstein besaß im Mittelalter tatsächlich einmal Stadtrecht. Der 28 Meter hohe Turm der Burgruine ist besteigbar; von dort oben hat man eine herrliche Aussicht über die scheinbar nicht endenden Wälder des Nordschwarzwalds.

Die Wanderung verlangt aber einiges an Höhenmetern ab; der kräftezehrendste Aufstieg ist jener vom Tal der Teinach über die Adolfshöhe hinauf nach Zavelstein. Davon kann man sich sowohl in Zavelstein in einem Café erholen als auch später in der rustikalen Schloßberghütte. Die alpin anmutende Hütte ist eine Dependance des Hotels Therme in Bad Teinach, das im schön restaurierten ehemaligen Kurkomplex untergebracht ist und mit einem großen Wellnessbereich aufwartet. In der Schloßberghütte kann man bei einer kräftigen Jause zumindest Wellness für den Gaumen betreiben.

Die Wanderung verläuft viel im Wald und ist deshalb für heiße Tage besonders zu empfehlen. Wer mit dem Zug zur Bahnstation Bad Teinach-Neubulach anreist, muss hin und zurück vier zusätzliche Kilometer einplanen. Wem die Tour dann zu lang wird, kann einfach einen der Schlenker abkürzen.

Startpunkt für Wanderung: Parkplatz am Freibad in Bad Teinach

Länge: 11,8 Kilometer, 489 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnstation Bad Teinach-Neubulach, von dort zwei Kilometer zu Fuß bis Einstieg in die Tour; oder weiter per Bus bis Kurhaus Bad Teinach

Alle Details unter: out.ac/3tUi4

Städtetrip und Radtour: Schwäbisch Hall

Die alte Salzsiederstadt am Kocher ist für sich schon einen Ausflug wert: Wer noch nie dort war, sollte sich außer einem Stadtrundgang gar nichts mehr viel vornehmen. Hier kann man zumindest den Schatten der Häuser oder der Bäume im Biergarten suchen. Mittelpunkt ist der Marktplatz mit der berühmten Treppe und dem barocken Rathaus. Aber auch die teilweise erhaltene Stadtmauer, die zahlreichen Türme, die Holzbrücken über den Kocher, die vielen Treppen und Stäffele und natürlich die große Zahl an restaurierten alten Häusern machen den Spaziergang zu einem Erlebnis. Dazu tragen auch die vielen schönen Läden und Cafés bei, die teils direkt am Fluss liegen. Da kann man gerne einmal den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Anschließend könnte man am Kocher entlang hinausschlendern und würde in einer halben Stunde zum Kloster Großcomburg gelangen, das mächtig auf einem Bergrücken über dem Fluss liegt. Das ehemalige Benediktinerkloster ist im 11. Jahrhundert gegründet worden und gleicht in vielem eher einer Burg als einem Kloster. Beeindruckend ist die Anlage auf jeden Fall.

Ein Hinweis noch: Normalerweise sollte man in Schwäbisch Hall unbedingt die Kunsthalle Würth besuchen – bis Herbst diesen Jahres ist sie aber geschlossen, weil die Einrichtung baulich erweitert wird.

Ganz sportliche Menschen könnten den Besuch von Schwäbisch Hall auch mit einer Radtour verbinden, zum Beispiel mit der 45 Kilometer langen Vellberger Zweitälertour. Sie führt ohne allzu große Steigungen durch das Kochertal und das idyllische Bühlertal; zudem wird die mittelalterliche Stadt Vellberg besucht. Teilweise verläuft die Strecke aber auf den Autostraßen.

Startpunkt für Radtour: in Schwäbisch Hall oder Vellberg

Länge: 44,8 Kilometer, 264 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnhof direkt in Schwäbisch Hall

Alle Details zur Radtour unter: out.ac/3AJCv

Wanderung: Sieben-Täler-Tour bei Rottenburg

Diese Wanderung, die ebenfalls als Premiumweg zertifiziert ist, befindet sich scheinbar im öden Niemandsland zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald. Aber weit gefehlt: Der ehemalige Kurort Bad Niedernau, heute ein Stadtteil von Rottenburg am Neckar, besitzt mit seinem kleinen Kurpark ein besonderes Flair, und dahinter beginnt eine sehr naturnahe Wanderung mit vielen Höhepunkten. Am Schlossfelsen kommt man an einem alten Burgplatz vorbei, oben bei Weiler hat man einen schönen Blick auf den Albtrauf und die Burg Hohenzollern, dann wandert man am idyllischen Katzenbach entlang, kann die Sieben-Täler-Höhle erkunden und steigt zuletzt durch die wildromantische Wolfsschlucht wieder ab.

Ob man wirklich sieben Täler durchschritten hat, ist nicht so ganz klar – aber das wollen wir einfach mal glauben. Einkehren könnte man am Anfang oder Ende der Tour im „Freischütz“, das nahe des Kurparks liegt. Der Bahnhof von Bad Niedernau befindet sich etwas außerhalb – bis zum Einstieg in die Wanderung muss man 1,5 zusätzliche Kilometer rechnen. Aber die Tour ist ja so kurz und so schön, dass diese Strecke nicht so sehr ins Gewicht fallen würde.

Startpunkt für Wanderung: Parkplatz am Kurpark in Bad Niedernau

Länge: 6 Kilometer, 140 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnhof Bad Niedernau, von dort 1,5 Kilometer zu Fuß bis zum Startpunkt der Tour

Alle Details unter: out.ac/9RWYg

Wanderung: Donaufelsentour im Donautal

Das Durchbruchstal der Donau gehört zu den schönsten Ecken in Baden-Württemberg, und auf dieser Tour, ebenfalls geadelt als Qualitätsweg, können Sie die Höhepunkte dieses wundervollen Fleckens Erde entdecken. Aber Achtung, die Wanderung ist lang und weist viele Höhenmeter auf. Dafür besitzt sie eine teils alpine Anmutung und entschädigt mit vielen Aussichten und Eindrücken. Ob Knopfmacherfelsen oder Stiegelesfelsen – der Aussichtspunkte sind unzählige.

Gleich zu Beginn gelangt man zur imposanten Burgruine Kallenberg, die jüngst frisch renoviert worden ist. Später kommt man an auch am Schloss Bronnen vorbei, das aber privat ist. Die Jägerhaushöhle ist eine bedeutende Fundstätte steinzeitlicher Artefakte – nach diesen Funden wurde eine ganze Epoche benannt, das Beuronien nach dem nahen Kloster Beuron.

Gleich zwei wundervolle Gaststätten liegen am Weg. Unten im Donautal das Jägerhaus – direkt danach überquert man übrigens die Donau auf Steinen. Oben an einem weiteren herrlichen Aussichtspunkt, von dem aus man tatsächlich bis nach Beuron blicken kann, liegt das Berghaus Knopfmacher, wo man auch schön übernachten kann, sogar mit Fasssauna auf dem Dach.

Startpunkt für Wanderung: Parkplatz an der Skihütte in Fridingen oder Berghaus Knopfmacher

Länge: 15,8 Kilometer, 637 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnhof Fridingen, von dort 1,5 Kilometer zu Fuß bis zum Startpunkt der Tour

Alle Details unter: out.ac/3OHnx

Städtetrip: Bad Urach und Hohenurachsteig

Bad Urach meint man zu kennen, weil jeder schon mal am Wasserfall war. Aber sind Sie schon mal durch die Altstadt flaniert mit ihren schönen Fachwerkhäusern und engen Gassen? Wenn nicht, dann wäre am Wochenende doch eine gute Gelegenheit, zumal man den Tag später in den angenehmen Thermen ausklingen lassen könnte.

Wen es aber zuvor hinausdrängt in die herrliche Natur rund um Bad Urach, dem sei der Hohenurachsteig empfohlen – er ist bei weitem nicht so überlaufen wie der Wasserfallsteig und doch fast ebenso schön. Unterwegs gelangt man zum Aussichtspunkt am Eppenzillfelsen: Der Blick geht hinüber zum Rutschenfelsen und zum Runden Berg, während direkt unter einem der Wasserfall rauscht. Dort unten ist Trubel, hier oben wunderbare Einsamkeit – ein Abstecher zur Bergterrasse des Wasserfalls mit Kiosk wäre aber nicht weit. Daneben ist natürlich der Hohenurach der Höhepunkt dieser Wanderung: Die wuchtige Burgruine gehörte einst zu den sieben Landesfestungen von Württemberg. Ein dunkler Tunnel führt ins Herz der Ruine. Derzeit wird die Ruine renoviert; der größte Teil ist aber zugänglich.

Startpunkt für Wanderung: direkt am Bahnhof Bad Urach

Länge: 7,6 Kilometer, 486 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnhof Bad Urach (Endstation)

Alle Details unter: out.ac/kTpT

Wanderung: Bierwanderweg in Ehingen

Ehingen an der Donau zelebriert sich als Hauptstadt des Bieres, und dazu gibt es mit gleich fünf Brauereien und mehr als 50 eigenen Sorten Bier auch allen Anlass. Diese Wanderung, die ebenfalls als Qualitätsweg zertifiziert ist, führt an allen fünf Brauereien vorbei, ist zugleich eine Stadtführung (wer will, auch mit Audioguide) und bietet zudem aparte Partien entlang der Donau.

Aber um es gleich zu sagen: Die Wanderung ist eher mittelmäßig, und Schatten gibt es wenig – die Tour ist in diesem Fall Beiwerk und dient eher dazu, zwischen den Besuchen der Brauereien ein wenig frische Luft zu schnappen und Bier und Vesper zu verdauen. Vier Brauereien liegen in der Altstadt, eine draußen im Teilort Berg. Und gerade die Brauerei Berg ist auch die größte und bekannteste – ihre kultige und modern-rustikal eingerichtete Brauereigaststätte sollte man auf keinen Fall auslassen. Die Gaststätte Paulas Alb im Hotel Adler darf man als die schickste der fünf Lokale bezeichnen – hier begegnet man Almhüttenstil auf höchstem Niveau. Am meisten Auswahl hat der Schwanen, da er auch viele nicht selbst gebraute Craftbiere auf der Karte hat.

Wer nach den vielen Bierproben nicht mehr nach Hause fahren will, dem sei das schöne und kostengünstige Sternplatz-Hotel oder eben das Hotel Adler empfohlen.

Startpunkt für die Wanderung: Marktplatz in Ehingen

Länge: 14,1 Kilometer, 143 Höhenmeter

Anfahrt per Bahn: Bahnhof Ehingen

Alle Details unter: out.ac/Z9w9K