Mallorca/Valencia

Auswärtiges Amt warnt vor Überschwemmungen

Warum es im Oktober in Spanien manchmal gefährlich werden kann und welche Hinweise für Besucher aktuell gelten.

Auswärtiges Amt warnt vor Überschwemmungen

Schwere Schäden in der Region Valencia, und noch ist die Gefahr nicht vorüber.

Von Michael Maier

Spanien erlebt wieder einmal schwere Unwetter: Das Sturmtief „Adam“ hat an der östlichen Mittelmeerküste heftige Regenfälle ausgelöst. Besonders betroffen sind die Region Valencia, Alicante, Murcia, Almería sowie die Balearen mit Mallorca, Ibiza und Formentera. Das Auswärtige Amt hat nicht nur seine Reise- und Sicherheitshinweise für Frankreich, sondern auch für Spanien aktualisiert. Gewarnt wird vor Starkregen, Sturzfluten und Überschwemmungen.

Bereits am 18. und 19. Oktober 2026 führten sintflutartige Regenfälle an der Mittelmeerküste zu Überflutungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen. In der Region Valencia standen Straßen, Unterführungen und Gebäude unter Wasser. Menschen mussten Zuflucht auf Dächern suchen.

Die starken Regenfälle haben auch den Straßen-, Bahn- und Flugverkehr stark beeinträchtigt. Der Flughafen Ibiza musste den Betrieb zweimal vorübergehend einstellen. Nach Angaben der spanischen Flughafengesellschaft Aena kam es zu Flugausfällen und mindestens 16 Ausweichlandungen. Auch am Flughafen Palma de Mallorca wurden zahlreiche Verspätungen und Ausfälle gemeldet.

Reisehinweise für Spanien – betroffene Regionen

Das Auswärtige Amt warnt bis zum 20. Oktober vor starken Regenfällen in folgenden Gebieten:

Zusätzlich bestanden Warnungen für Teile von Murcia, Almería und weitere Regionen im Südosten Spaniens. Der staatliche Wetterdienst AEMET stufte die Lage an der südlichen Küste Valencias und im Norden von Alicante zeitweise als extrem gefährlich ein.

Die Behörden warnten ausdrücklich vor Sturzfluten und Überschwemmungen an Flussläufen, in Schluchten und in den sogenannten „Ramblas“ oder „Torrentes“. Diese meist trockenen Flussbetten können sich bei Starkregen innerhalb kürzester Zeit in reißende Wasserläufe verwandeln.

Katastrophenwarnung für Valencia

In Valencia wurden zahlreiche Aktivitäten im Freien abgesagt. Parks, Gärten, Friedhöfe und Tunnel wurden geschlossen. Auch Märkte und Veranstaltungen waren betroffen. Die Regionalregierung verschickte über das spanische Warnsystem ES-Alert Nachrichten an Bewohner besonders gefährdeter Gebiete.

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden, sich von Flussbetten und Schluchten fernzuhalten und gefährdete Bereiche zu verlassen. Menschen in Überschwemmungsgebieten sollten sich in höher gelegene Bereiche oder in obere Stockwerke begeben.

Auch in Andalusien und Katalonien wurden Warnungen verschickt. In der Provinz Almería führten Überschwemmungen zu zahlreichen Notrufen. In Katalonien kam es zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Auf den Balearen bestand neben der Überschwemmungsgefahr auch die Gefahr sehr starker Windböen und hoher Wellen. Für Mallorca wurden erneut intensive Regenfälle erwartet.

In Spanien ES-Alert beachten

Reisende in den betroffenen Regionen sollten die Anweisungen der örtlichen Behörden unbedingt befolgen und gefährdete Gebiete meiden. Das Auswärtige Amt empfiehlt, aktuelle Informationen des spanischen Wetterdiensts AEMET, von MeteoAlarm und der jeweiligen Regionalregierungen zu verfolgen.

Mit kurzfristigen Einschränkungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Flugverkehr muss gerechnet werden. Reisende sollten ihren Flugstatus direkt bei der Fluggesellschaft und den aktuellen Zustand von Straßen, Bahnstrecken und Flughäfen prüfen.

Das spanische Warnsystem ES-Alert kann im Notfall Nachrichten direkt an Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet senden. Das Auswärtige Amt rät, das Mobiltelefon stets bei sich zu tragen und Warnmeldungen aufmerksam zu lesen.

„Kalter Tropfen“ in Valencia und auf Mallorca

Nach Angaben des Auswärtigen Amts kommt es insbesondere am Ende des Sommers und im Herbst an der spanischen Mittelmeerküste und auf den Balearen häufig zu wolkenbruchartigen Regenfällen. Die im Sommer ausgetrockneten Böden können große Wassermengen oft nur begrenzt aufnehmen.

Eine sogenannte „DANA“ entsteht, wenn sich kalte Luft in großer Höhe vom normalen Wettergeschehen abkoppelt. Trifft diese Kaltluft auf feuchte Luft vom Mittelmeer, können sich innerhalb kurzer Zeit besonders kräftige Gewitter und extreme Regenfälle entwickeln.

In Spanien ist das Phänomen auch als „gota fría“ (kalter Tropfen) bekannt. Der staatliche Wetterdienst weist darauf hin, dass sich die Orte mit den höchsten Niederschlagsmengen dabei oftmals nur schwer exakt vorhersagen lassen. So gingen Anfang der Woche rund 300 Liter Niederschlag südlich von Mallorca über dem Meer nieder, während die Insel selbst bis auf punktuelle Überschwemmungen noch glimpflich davonkam. Anders war der Ausgang im Oktober 2018, als im Nordosten Mallorcas die Ortschaft Sant Llorenç komplett überflutet wurde. Damals kamen 13 Menschen ums Leben.