Ein ungewöhnlicher Vorfall hat sich am 4. April an Bord eines Flugs von Jamaika nach New York ereignet: Eine Passagierin brachte ihr Kind noch während des Flugs zur Welt – kurz bevor die Maschine den Flughafen John F. Kennedy (JFK) erreichte.
Auf einem Flug von Caribbean Airlines von Jamaika nach New York kam ein Baby zur Welt. (Symbolbilder)
Von Katrin Jokic
Wie die Fluggesellschaft Caribbean Airlines mitteilte, befand sich Flug BW005 von Kingston bereits im Landeanflug, als bei der schwangeren Frau die Wehen einsetzten. Der Pilot informierte daraufhin die Flugsicherung über die Situation und bat um medizinische Unterstützung am Gate.
Tatsächlich kam das Baby noch in der Luft zur Welt. Nach der Landung wurden Mutter und Neugeborenes umgehend von medizinischem Personal versorgt und erhielten die notwendige Betreuung. Laut Airline verlief die Situation ohne größere Komplikationen. Ein Notfall wurde während des Flugs nicht ausgerufen.
Die Fluggesellschaft lobte ausdrücklich das Verhalten der Crew. Diese habe „professionell und besonnen“ gehandelt und sich strikt an die vorgesehenen Abläufe gehalten, um die Sicherheit und den Komfort aller Passagiere zu gewährleisten.
Für einen ungewöhnlichen Moment sorgte laut CBS News auch der Funkverkehr mit der Flugsicherung: Ein Controller scherzte, das Kind solle doch „Kennedy“ heißen – in Anspielung auf den Zielflughafen. Die Bemerkung sorgte offenbar für Erheiterung im Cockpit.
Geburten an Bord von Linienflügen sind selten, kommen aber immer wieder vor. Studien zufolge wurden zwischen 1929 und 2018 weltweit nur etwas mehr als 70 Babys in Verkehrsflugzeugen geboren.
Welche Staatsangehörigkeit hat ein „Air-Baby“?
Auch rechtlich wirft eine Geburt im Flugzeug Fragen auf. Die Staatsangehörigkeit eines Kindes richtet sich in der Regel nach mehreren Faktoren:
Die genaue Zuordnung kann im Einzelfall komplex sein und hängt von den jeweiligen nationalen Gesetzen ab.
Mythen und Realität
Immer wieder hält sich der Mythos, Babys, die im Flugzeug geboren werden, dürften lebenslang kostenlos fliegen. Tatsächlich ist das die absolute Ausnahme. Nur wenige Airlines haben solche Regelungen in Einzelfällen gewährt. In der Regel bleibt es bei Glückwünschen oder kleinen Gesten der Fluggesellschaft.
Der Vorfall auf dem Flug nach New York zeigt vor allem eines: Trotz klarer Regeln und medizinischer Vorsorge lassen sich solche Situationen nicht vollständig ausschließen. Umso entscheidender ist die ruhige und professionelle Reaktion der Crew – selbst in mehreren Tausend Metern Höhe.