Das VW-Werk in Osnabrück könnte künftig Militärfahrzeuge produzieren. Laut Bericht rückt eine Übernahme durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael näher.
Das VW-Werk in Osnabrück könnte künftig Militärfahrzeuge produzieren (Archivfoto).
Von red/AFP
Das Volkswagen-Werk in Osnabrück könnte einem Medienbericht zufolge künftig womöglich auf die Produktion von Militärfahrzeugen umgestellt werden. Die "Wirtschaftswoche" berichtete am Mittwoch, dass eine Übernahme des Werks durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael näher rücke. Die Israelis wollten dort Teile für das Flugabwehrsystem Iron Dome als Bestandteil der europäischen Flugabwehr herstellen, schrieb das Magazin.
Mit dem Vorgang vertraute Kreise hätten bestätigt, dass es eine schriftliche Vereinbarung gebe, berichtete die "Wirtschaftswoche" weiter. Bis Ende des Jahres solle ein Joint Venture von Rafael und VW gegründet werden. Es gehe um die gemeinsame Produktion "vom Unterbau bis zur Fahrzeugkomponente für Fahrzeuge, die Kampftechnik transportieren können", hieß es demnach aus dem Umkreis der laufenden Verhandlungen.
Produkte wohl nicht für das Abwehrsystem Iron Dome in Israel bestimmt
Laut "Wirtschaftswoche" würden die Raketen und Flugabwehrsysteme in Israel gefertigt und anschließend in Osnabrück auf die in Deutschland produzierten Militärfahrzeuge montiert. Die Produkte wären demnach nicht für das Abwehrsystem Iron Dome in Israel bestimmt, sondern sollten Bestandteil der europäischen Flugabwehr sein. Als Rahmen diene die von Deutschland geführte European Sky Shield Initiative (ESSI), deren Mitgliedsländer von Albanien bis nach Großbritannien die Systeme abnehmen sollten. Offenbar ist auch eine Lieferung nach Skandinavien angedacht, wie das Magazin schreibt.
Wie die "Wirtschaftswoche" weiter berichtete, äußerte sich VW nicht zu Details. Das Werk Osnabrück habe "verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt, um mögliche Marktchancen und Perspektiven auszuloten", erklärte ein Sprecher demnach. Konkrete Entscheidungen gebe es noch nicht. Fest stehe nur, dass eine Produktion von Waffen durch Volkswagen auch zukünftig ausgeschlossen sei.