Berichte zu möglichen Penis-Tricks im Skispringen sorgten zuletzt für Wirbel. Der deutsche Sportdirektor sieht Handlungsbedarf bei der Vermessung der Sportler. Weltverband äußert sich.
Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), sieht Handlungsbedarf bei der Vermessung der Sportler (Archivfoto).
Von red/dpa
Nach Spekulationen um Penis-Tricksereien im Skispringen und der Forderung nach veränderten Messmethoden hat Chefkontrolleur Mathias Hafele Neuerungen in Aussicht gestellt. „Wir arbeiten im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird“, sagte der Österreicher der „Bild“.
Hafele erklärte: „Wir favorisieren eine Knochenmessung, auch eine manuelle. Sprich, dass man ganz wie in alten Zeiten markante Körperpunkte festlegt, wie zum Beispiel der Hüftknochen, und dann mit einem Maßband arbeitet. Auch eine Messung an der Außenseite ist möglich und der Schritt wird dann prozentual dazugerechnet.“
Sportdirektor Hüttel sieht „Handlungsbedarf“
Für die Bestimmung der Größe der Sprunganzüge werden die Springer vom Weltverband Fis vermessen. Vereinfacht formuliert: Mehr Stoff an der richtigen Stelle sorgt für mehr Auftrieb. Rund um den Jahreswechsel hatte die „Bild“ berichtet, es solle Sportler geben, die für ein paar Millimeter mehr Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen hätten, um vor der Messung ihren Penis aufzuspritzen.
„Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband der Deutschen Presse-Agentur bei den Olympischen Winterspielen. „Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der Fis-Tabelle manifestiert.“
Hüttel sagte zudem: „Ich habe keine Hinweise, dass betrogen wurde. Ich sehe trotzdem Handlungsbedarf, um das Thema aus der Welt zu schaffen.“ Der 57-Jährige ergänzte in Italien: „Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation.“
Änderungen schon bald?
Hafele erklärte nun, dass bereits zur neuen Saison anders als bisher gemessen werden soll. „Wir, die Fis, arbeiten eng mit den Nationen zusammen. Wir stimmen uns auch mit dem medizinischen Komitee ab. Ich analysiere gerade sämtliche Möglichkeiten, die auf dem Markt sind. Doch es braucht eben Zeit. Das erste Meeting für die kommende Saison wird im März beim Weltcup-Abschluss stattfinden. In der Fis-Vollversammlung im Sommer wird dann abgestimmt.“ Auch über eine Röntgenmethode werde nachgedacht.