Eine Rede von Horst Seehofer, Gäste wie Angela Merkel und Olaf Scholz und Erinnerungen aus fast 15 Jahren Amtszeit: Winfried Kretschmann hat in Berlin seinen Abschied gefeiert.
Von links: Altkanzler Olaf Scholz, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Altkanzlerin Angela Merkel und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bei der Abschiedsveranstaltung für Kretschmann in Berlin.
Von red/dpa
Mit einer Papst-Anekdote hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Gäste seiner Berliner Abschiedsfeier - darunter Angela Merkel, Olaf Scholz und Horst Seehofer - zum Lachen gebracht. Er habe den inzwischen gestorbenen Papst Benedikt XVI. einst bei dessen Deutschlandbesuch auf dem Flughafen in Lahr empfangen dürfen, erzählte Kretschmann in seiner Abschiedsrede in der Landesvertretung. „Ich bekam eine kurze Audienz von 15 Minuten in einem schönen Raum. Mit der Muttergottes, da hat nichts gefehlt, was katholisch ist.“
Er sei natürlich ziemlich nervös gewesen, erinnerte sich der Grünen-Politiker. „Und was fragt mich der Papst? Nach Stuttgart 21.“ Natürlich habe Benedikt sich aber nicht für den unterirdischen Bahnhof und die pannenbehaftete Umsetzung des Milliardenprojekts interessiert, sondern für die Frage, warum eine eher technische Frage so einen Aufruhr verursache - „bis hin zur Spaltungstendenz in der Bevölkerung“.
Seehofer über Kretschmann: ein „feiner Mensch“
Nach fast 15 Jahren im Amt war der inzwischen 77-jährige Politikveteran bei der jüngsten Wahl in Baden-Württemberg nicht mehr angetreten. Zu Kretschmanns Berliner Abschied kamen auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Kanzleramtschef Thorsten Frei und die Ministerpräsidenten von NRW und Schleswig-Holstein, Hendrik Wüst und Daniel Günther (alle CDU).
Der frühere CSU-Chef Seehofer hielt eine der Reden für den scheidenden Regierungschef und würdigte diesen als jemanden, der „zuallererst ein Mensch, ein feiner Mensch“, ein „leidenschaftlicher Demokrat“ und über die Parteigrenzen hinweg höchst angesehen sei.