Biontech hatte seinen früheren Impfstoff-Konkurrenten Curevac erst kürzlich komplett übernommen. Nun sollen mehr als 800 Stellen in Tübingen gestrichen werden.
Biontech hatte Curevac erst kürzlich aufgekauft – nun soll der Standort in Tübingen geschlossen werden.
Von jbr/AFP/dpa
In Tübingen droht der Kahlschlag: Der Impfstoffhersteller Biontech will den Standort des kürzlich übernommenen Konkurrenten Curevacs schließen. Von den Plänen sind dem Mainzer Unternehmen zufolge ungefähr 820 frühere Curevac-Beschäftigte betroffen. Der frühere Hauptsitz von Curevac in Tübingen soll bis Ende 2027 geschlossen werden.
Das Management des Biopharma-Unternehmens begründet die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen. Neben den Curevac-Labors sind noch weitere Standorte betroffen, unter anderem in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur. Das teilte der Konzern am Dienstag mit.
Jährlich sollen bis zu 500 Millionen eingespart werden
Insgesamt sollen bis zu 1860 Stellen betroffen sein, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech hatte 2025 angesichts hoher Entwicklungskosten einen Verlust in Milliardenhöhe gemacht. Auch im ersten Quartal 2026 schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Der Durchbruch war dem Konzern mit einem Corona-Impfstoff inmitten der Pandemie gelungen. Damit verdiente das Unternehmen mehrere Milliarden.
Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hatten im März ihren Abschied angekündigt und ein neues Unternehmen gegründet. Die Eheleute scheiden spätestens Ende 2026 aus, dann enden ihre aktuellen Dienstverträge, wie Biontech in Mainz mitteilte.