Bonita Grupp ist es wichtig, dass das Bekleidungsunternehmen Trigema in Deutschland produziert. (Archivbild)
Das Textilunternehmen Trigema soll nach den Worten von Co-Chefin Bonita Grupp auch deshalb weiterhin in Deutschland produzieren, um Fortschritt hier zu gestalten. „Wenn man sich im Textilbereich weiterentwickeln möchte, etwa neue Stoffe und Produktionsverfahren entwickeln will, dann macht man das dort, wo die Produkte hergestellt werden“, sagte die 37-Jährige der „Pforzheimer Zeitung“ (Samstag). „Sonst würden wir das Know-how verschenken. Wenn wir alles nur noch im Ausland produzieren, können wir uns in diesen Bereichen auch nicht weiterentwickeln.“
Grupp hatte vor einigen Jahren mit ihrem Bruder Wolfgang Grupp junior die Führung des Familienunternehmens aus Burladingen (Zollernalbkreis) übernommen. Ihr Vater Wolfgang Grupp habe immer gesagt, es müsse möglich sein, hier am Standort zu produzieren, sagte Bonita Grupp der Zeitung. „Diese Haltung wurde ein Stück weit belächelt. Aber das Durchhalten - es ist jeden Tag intensiv - hat gezeigt, dass es von Vorteil ist, an gewissen Industrien festzuhalten.“ Man sei nicht zu sehr abhängig von den Krisen dieser Welt.
Grupp hält Einsatz von Robotern für denkbar
Auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sollen etwa Energieverbrauch und Produktion effizienter gesteuert werden, um weiterhin in Deutschland produzieren zu können. Zudem arbeite Trigema mit einem Start-up aus Österreich zusammen, um Nähprozesse weiterzuentwickeln. Den Einsatz von Robotern hält sie in Zukunft für denkbar. Allerdings seien menschliche Hände bei der Verarbeitung elastischer Stoffe bislang deutlich flexibler.
„Uns geht es bei der Automatisierung nicht darum, teure Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern darum, Arbeitskräfte zu ersetzen, die wir gar nicht mehr finden“, sagte Grupp. Auf die Frage, was passieren müsste, damit Trigema nicht mehr ausschließlich in Deutschland produziert, ob es eine Schmerzgrenze gebe, antwortete sie: „Wir hoffen, dass die Schmerzgrenze nicht kommt.“