Pfingstferien in Baden-Württemberg

Brennerautobahn wird wegen Demo an einem Tag komplett gesperrt

Ende Mai droht ein Verkehrschaos: Die Brennerautobahn wird wegen einer Demo komplett gesperrt. Was das für Reisende aus Baden-Württemberg bedeutet.

Brennerautobahn wird wegen Demo an einem Tag komplett gesperrt

Stau am Brenner: die Region ist geplagt vom vielen Verkehr. Deshalb wird demonstriert.

Von Michael Bosch

Ende Mai droht auf einer der meistbefahrenen Routen in Richtung Süden ein Verkehrsinfarkt. Die Brennerautobahn, die zentrale Strecke von Deutschland nach Italien, wird am 30. Mai komplett gesperrt. Der Grund: Eine große Demonstration an dem Tag.

Die Tiroler Landesregierung wird aber nicht nur die Autobahn sperren, sondern auch die Bundes- und Landesstraßen, die parallel dazu verlaufen. So soll Chaos verhindert werden. „Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen. Es wird empfohlen, Tirol großräumig zu umfahren. Es wird zudem empfohlen, auf nicht notwendige Autofahrten innerhalb Tirols bestmöglich zu verzichten“, warnen die Verantwortlichen in Innsbruck mehr als einen Monat vor der Sperrung.

Viel Urlaubsverkehr an dem Wochnenede über den Brenner

Auch für Menschen aus Baden-Württemberg dürfte der Hinweis nicht ganz unwichtig sein. Die Sperrung fällt in die Pfingsferien. Diese beginnen zwar schon am 26. Mai, der Samstag nach Pfingsten ist aber traditionell ein Tag mit viel Urlaubsverkehr.

Gerichtlich war die Demo nicht mehr zu verhindern. Angemeldet hatte die Veranstaltung der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger – allerdings nicht in seiner öffentlichen Funktion, sondern als Privatperson. Die Gemeinde – wie andere in der Region auch – leiden seit langem unter dem Verkehr, der täglich durch die kleinen Gemeinden rollt. Der Brennerpass ist der niedrigste Übergang über die Alpen. Die Route wird seit dem Mittelalter genutzt, die Brennerautobahn passieren inzwischen rund 14 Millionen Fahrzeuge im Jahr.

Mühlsteiger hatte bereits zweimal eine solche Protestversammlung beantragt; beide Male wurden sie aber nicht genehmigt. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck untersagte die beantragte Totalsperre im dritten Anlauf nun nicht mehr, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete. Wegen der Demo werden an dem betreffenden Samstag die Durchgangsstraßen von 11 bis 19 Uhr gesperrt.

Die Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag rechnet damit, dass von der Sperrung Ende Mai mehr als 32.000 Fahrzeuge betroffen sein werden. Fahren dürfen auf den zum Pass führenden Straßen an dem betreffenden Samstag nun ausschließlich Menschen, deren Ausgangspunkt oder Ziel im Wipptal oder einem der Seitentäler liegen. Die Tiroler Polizei kündigte an verstärkt zu kontrollieren.