Kleines Stofftier, große Geste: Zum Abschluss ihres USA-Besuchs überrascht Königin Camilla die New York Public Library mit einem besonderen Geschenk.
Königin Camilla winkt mit Blumen vor der New York Public Library.
Von Katrin Jokic
Zum Abschluss ihres Staatsbesuchs in den USA haben König Charles III. und Königin Camilla eine ungewöhnlich emotionale Geste hinterlassen. In New York überreichte Camilla der New York Public Library ein besonderes Geschenk – und sorgte damit für Aufmerksamkeit weit über Literaturkreise hinaus.
Im Mittelpunkt steht ein kleines Stofftier: Roo, das Känguru-Baby aus den Geschichten von „Winnie Puuh“, das im Deutschen auch „Klein-Ruh“ heißt. Die Figur fehlte jahrzehntelang in der berühmten Sammlung der Bibliothek. Dort werden die originalen Kuscheltiere ausgestellt, die einst Christopher Robin Milne gehörten und als Vorlage für die weltbekannten Geschichten seines Vaters A. A. Milne dienten.
Ein verlorenes Stück kehrt zurück
Klein-Ruh war in den 1930er-Jahren verloren gegangen – mutmaßlich in einem Obstgarten. Seitdem blieb die Sammlung unvollständig. Pünktlich zum 100. Jubiläum der „Winnie-the-Pooh“-Geschichten wurde nun ein neues Roo angefertigt. Produziert wurde es von der britischen Firma Merrythought, die bereits die ursprünglichen Stofftiere hergestellt hatte.
Mit der Übergabe schließt sich symbolisch eine Lücke in der Literaturgeschichte.
Reise im königlichen Stil
Die Royal Family begleitete das Geschenk auch medial: In einem auf Instagram veröffentlichten Reel ist zu sehen, wie das kleine Stofftier seine Reise von London nach New York antritt. Roo startet am Buckingham Palace, fliegt im Regierungsjet über den Atlantik und nimmt dabei ungewöhnliche Plätze ein – etwa im Cockpit, auf der Schulter eines Piloten oder am Fenster des Flugzeugs.
Auch Königin Camilla selbst ist Teil der Inszenierung: Im Flugzeug liest sie dem Stofftier vor, bevor es schließlich sicher in ihrer Handtasche verstaut wird.
Ein Platz neben Puuh, Tigger und Co.
In New York angekommen, wird Klein-Ruh feierlich übergeben. Das Stofftier erhält seinen Platz in einer Vitrine neben den bekannten Figuren: Winnie Puuh, Tigger, I-Aah, Ferkel und Känga.
Ganz im Sinne des bekannten Zitats von A. A. Milne: Manchmal sind es die kleinsten Dinge, die den größten Platz im Herzen einnehmen.