Stand in der Stuttgarter Startelf: VfB-Stürmer Deniz Undav (r).
Borussia Dortmund geht als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga in die dreiwöchige Länderspielpause. In einer lange Zeit höhepunktarmen Partie siegte die Elf von Trainer Niko Kovac beim VfB Stuttgart 1:0 (0:0). Das entscheidende Tor erzielte Maximilian Beier in der 70. Minute vor 60.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Während der BVB mit vier Siegen perfekt in die Saison startete, verharren die von Sebastian Hoeneß trainierten Schwaben mit drei Punkten in der unteren Tabellenhälfte.
Hoeneß hatte seine Elf im Vergleich zum 1:2 bei der TSG Hoffenheim auf zwei Positionen verändert. Der nicht für die Nationalmannschaft berücksichtigte Deniz Undav begann für Dzenan Pejcinovic, Bilal El Khannouss für Ramon Hendriks. Mittelfeldantreiber Angelo Stiller war nach seiner Knieprellung rechtzeitig fit geworden. Beim BVB saß der beim 3:0 gegen Paderborn überzeugende Fabio Silva nur auf der Bank, dafür durfte Beier ran. Felix Nmecha ersetzte Jobe Bellingham.
Kaum Torchancen vor der Pause
Dem historisch torreichsten Duell der Bundesliga-Geschichte – 381 Treffer in bis dahin 112 Aufeinandertreffen – mangelte es bei der 113. Auflage über weite Strecken der ersten Hälfte an Torraumszenen. Die zuletzt defensiv anfälligen Stuttgarter trugen ihre Angriffe nur schleppend vor, vom BVB kam kaum mehr. Ein Flugkopfball von Beier in der Anfangsphase war für lange Zeit die beste Chance des Spiels.
„Heute haben wir einen verdammt schweren Gegner zu bespielen“, hatte Kovač vor der Partie bei Sky gesagt. Nico Schlotterbeck und Ex-VfB-Spieler Waldemar Anton, vom Stuttgarter Anhang gnadenlos ausgepfiffen, erlebten in der Innenverteidigung aber eine sorgenfreie erste Hälfte.
Erst nach einem Dortmunder Fehlpass hatte Undav aus ungünstigem Winkel mit der Fußspitze die erste VfB‑Chance. Gespielt war da schon eine halbe Stunde. BVB-Torwart Gregor Kobel parierte mit dem Fuß. Kurz darauf köpfte El Khannouss knapp am Tor vorbei.
Ballkontrolle und Risikovermeidung blieben auch nach der Pause ein wichtiges Gut. Zwar durften die BVB-Fans kurz jubeln, allerdings vergeblich, weil Ethan Nwaneri bei seinem vermeintlichen Tor im Abseits stand. Als nach etwas über einer Stunde die Hose von Dortmunds Außenverteidiger Julian Ryerson riss, war das dem Kamerateam eine Extraeinstellung wert.
Wechsel bringt BVB in die Spur
Doppelwechsel auf beiden Seiten sollten für mehr Schwung sorgen: Bellingham und Konstantinos Katsaras kamen beim BVB für Nwaneri und Johannes Veerman. Pejcinovic und Jamie Leweling ersetzten Undav und Chris Führich auf VfB-Seite. Die Kovac-Entscheidung führte prompt zum Erfolg: Bellinghams flache Hereingabe drückte Beier über die Linie. Der von Klopp berufene Finn Jeltsch kam gegen den BVB-Torschützen zu spät.
Plötzlich war mehr Schwung in der Partie. Ein Konter nach einer VfB-Ecke hätte fast zum 2:0 geführt, doch der von Felix Nmecha bediente Karetsas zielte knapp rechts am Tor vorbei. Für den VfB vergab Josha Vagnoman das 1:1, wieder stand Kobels Fuß im Weg. In der Schlussphase hielt der BVB die Schwaben dann geschickt vom eigenen Tor fern und feierte einen verdienten Auswärtssieg.
Vor dem Anpfiff der Partie setzten die VfB-Fans in der Cannstatter Kurve mit einer großflächigen Choreografie ein Zeichen. Hunderte rot-weiße Fahnen sorgten für ein eindrucksvolles Karomuster.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß beobachtete den Spielbeginn aufmerksam von der Seitenlinie aus.
BVB-Trainer Niko Kovač gab seinen Spielern an der Seitenlinie Anweisungen.
Beim Duell zwischen dem VfB und dem BVB gerieten Atakan Karazor, Ermedin Demirović und Ex-VfB-Innenverteidiger Waldemar Anton aneinander.
Der ehemalige VfB-Mittelstürmer Serhou Guirassy und VfB-Verteidiger Jeff Chabot liefern sich einen Zweikampf – Torchancen waren in der ersten Halbzeit eher Mangelware.
Josha Vagnoman und Maximilian Beier kämpfen um den Ball. Beide hatten bereits eine Abschlusschance – allerdings ohne Erfolg.
Deniz Undav vergab nach einem Dortmunder Aufbaufehler die beste VfB-Chance in der ersten Halbzeit.
Finn Jeltsch fing gleich zwei Steckpässe auf Serhou Guirassy ab und verhinderte damit eine Großchance des BVB.
Bilal El Khannouss setzte sich in der 34. Minute im Kopfballduell durch, verfehlte das Tor jedoch knapp.
Prominenter Besuch in der MHP Arena: Joachim Löw, Armin Veh und Andreas Hinkel (v.l.n.r.) sahen sich das Spiel von der Tribüne aus an.
Die BVB-Fans waren mit zahlreichen Fahnen nach Stuttgart gereist und sorgten im Gästeblock für Stimmung. An die großflächige Choreografie der VfB-Fans kamen sie damit allerdings nicht heran.
Chance für den BVB, doch VfB-Keeper Fabian Bredlow faustete den Ball aus dem Strafraum.
Deniz Undav diskutierte mit Schiedsrichter Tobias Stieler über eine Szene.
Torlos ging es für den VfB und den BVB in die Halbzeitpause.
Nach der pause kämpfen Julian Ryerson und Maximilian Mittelstädt um den Ball.
Ermedin Demirović war nach einer vergebenen Chance sichtlich enttäuscht und blieb mit dem Kopf im Rasen liegen.
Der VfB hatte die besseren Chancen, doch der BVB ging in der 70. Minute durch Maximilian Beier mit 1:0 in Führung.
Nach dem BVB-Treffer wurde die Partie lebhafter – VfB-Trainer Sebastian Hoeneß gab an der Seitenlinie lautstark Anweisungen.
Vergebene Chance zum Ausgleich: In der 77. Minute hatte Bilal El Khannouss eine echte Chance, zog aber nicht voll durch.
Bilal El Khannouss enttäuscht: Trotz aller Bemühungen blieb es am Ende beim 0:1 gegen den BVB.