Kamera-Autos in Stuttgart unterwegs

Das eigene Haus ist bei Google Maps zu sehen? Wie man das verhindern kann

Kamera-Autos von Google sind wieder unterwegs, um Aufnahmen für Google Street View zu machen. Wir erklären, wie man verhindern kann, dass das eigene Haus für alle zu sehen ist.

Das eigene Haus ist bei Google Maps zu sehen? Wie man das verhindern kann

Wer nicht möchte, dass sein eigenes Haus bei Google Maps zu sehen ist, kann der Veröffentlichung der Aufnahmen widersprechen.

Von Philip Kearney

Das eigene Haus für alle Welt sichtbar? Diese Vorstellung gefällt längst nicht jedem. Doch „dank“ Google Street View ist dies längst Realität. Die Erweiterung von Google Maps bietet seit 2010 auch in Deutschland die Möglichkeit, (fast) jedes Fleckchen Zivilisation von zu Hause aus mit dem Smartphone oder Laptop zu erkunden. Möglich machen dies umfassende 360-Grad-Aufnahmen.

Damit Street View möglichst aktuell ist, schickt Google regelmäßig Kamera-Autos um die Welt. Von Februar bis November dieses Jahres sind die Autos von Google wieder in Baden-Württemberg unterwegs.

Google Street View: Dagegen kann man Widerspruch einlegen

Doch was ist, wenn man nicht möchte, dass beispielsweise das eigene Haus bei Google Maps zu sehen ist? Die Landesbehörde „Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit“ klärt auf ihrer Webseite über die Rechte von Bürgern auf:

„Jeder hat die Möglichkeit, der Erhebung und Veröffentlichung von Bilddaten, welche die Privatsphäre verletzen, zu widersprechen.“ Hierzu zählen demnach Bilder von Personen, Gebäuden, Grundstücken, Autokennzeichen und insbesondere die unverpixelte Darstellung der eigenen Häuserfront.

Google Street View: So legt man Widerspruch ein

Doch wie geht man nun konkret vor? Um der Veröffentlichung der Bilder durch Google Street View zu widersprechen, kann laut der Datenschutzbehörde direkt in Google Maps beziehungsweise Google Earth ein Problem gemeldet werden. Dazu ruft man die Street-View-Ansicht des betreffenden Ortes auf (indem man die gelbe Figur auf die betreffende Stelle zieht) und klickt anschließend auf das Feld mit den drei Punkten und dann auf „Problem melden“.

Alternativ kann man seinen Widerspruch nach Angaben der Datenschutzbehörde auch wie folgt einreichen:

Erstens über das Widerspruchsformular Street View Deutschland

Zweitens per Post an folgende Adresse: Google LLC, Betr.: Street View, PO Box 111607, 20416 Hamburg

Drittens per E-Mail an streetview_deutschland@google.com

Google Street View: Das sollte der Widerspruch enthalten

In dem Widerspruch sollten laut der Datenschutzbehörde die Gebäude, Grundstücke, Fahrzeuge und so weiter (möglichst mit Adresse) benannt werden, die nicht gefilmt und veröffentlicht werden sollen. Es ist dabei nach Angaben der Datenschutzbehörde nicht nötig, einen Grund für den Widerspruch zu nennen.

Ob der Widerspruch erfolgreich ist, hängt laut der Datenschutzbehörde nicht von besonderen formellen oder inhaltlichen Angaben – beispielsweise der Nennung von Gesetzen – ab. Die Behörde macht auf ihrer Webseite folgenden Formulierungsvorschlag:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerspreche ich der Aufnahme, auf jeden Fall aber der Wiedergabe, von Abbildern meines Hauses in Ihrem Dienst Google Street View. Betroffen ist die Anschrift [Straße Hausnummer] in [PLZ Ortsname]. Ich bitte um Entfernung der Aufnahme meines Hauses aus dem Online-Angebot und aus Ihrem Datenbestand.

Mit freundlichen Grüßen“

Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit empfiehlt zur Beweissicherung, den eingereichten Widerspruch für die eigenen Unterlagen auszudrucken.