Emotionale Oscar-Momente

Das haben Sie verpasst, wenn Sie geschlafen haben

Während Sie schliefen: Hollywoods A-Liga erinnert an Rob Reiner. Timothée Chalamet hat das Nachsehen. Ejae weint. Die Momente, die von den 98. Oscars bleiben werden.

Das haben Sie verpasst, wenn Sie geschlafen haben

Ein paar der größten Stars von Hollywood erinnern bei den Oscars an den ermordeten Regisseur Rob Reiner.

Von Theresa Schäfer

Die 98. Oscars sind vergeben: Paul Thomas Anderson Politthriller „One Battle After Another“ ist mit sechs Oscars – darunter beste Regie und bester Film – der große Abräumer. Oscarfavorit Timothée Chalamet geht indes leer aus. Beim besten Kurzfilm gibt es zwei Gewinner: „The Singers“ von Sam A. Davis und Jack Piatt und „Deux personnes échangeant de la salive“ von Natalie Musteata und Alexandre Singh.

Hochemotional wird es im „In Memoriam“-Segment, in dem an gleich drei 2025 verstorbene Superstars erinnert wurde. Was von den 98. Academy Awards in Erinnerung bleiben wird...

Conan O’Brien spart nicht mit politischem Stoff

Jimmy Kimmel, der 2023 und 2024 die Oscars moderierte, gilt als Privatfeind von US-Präsident Donald Trump. Aber auch der diesjährige Oscar-Host Conan O’Brien sparte nicht an Spitzen in Richtung Weißes Haus. Zum Beispiel: „Dieses Jahr gibt es keine britischen Oscarnominierten – aber wenigstens verhaften sie ihre Pädophilen.“ Ein Kommentar zu der schleppenden Aufarbeitung der Epstein-Affäre. Oder: „Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater – mal schauen, ob er hier seinen Namen vorne drauf pappt.“ Seine Anmoderation endet der 62-Jährige aber mit nicht noch mehr Spott, sondern einer Botschaft der Hoffnung: „Lasst uns feiern, nicht weil wir denken, alles ist gut, aber weil wir hoffen, dass es besser wird.“

Emotionale Tribute für Rob Reiner, Diane Keaton und Robert Redford

Im Dezember wurden der Regisseur Rob Reiner und seine Frau Michelle mutmaßlich von ihrem Sohn getötet, der an psychischen Problemen litt. Billy Crystal erinnerte im traditionellen „Im Memoriam“-Teil der Academy Awards an seinen Freund, an den „meisterhaften Geschichtenerzähler“, den Regisseur von „Harry und Sally“ oder „Stand By Me“. Anschließend kamen zahlreiche Darsteller aus Rob-Reiner-Filmen auf die Bühne: Darunter Kathy Bates, Meg Ryan, John Cusack oder Demi Moore. Anschließend erinnerte Rachel McAdams an die im Oktober verstorbene Schauspielerin Diane Keaton. Und Barbra Streisand sang für den im September verstorbenen Robert Redford, „einen brillanten Schauspieler und Mann mit Rückgrat“, ihren Klassiker: „The Way We Were“.

Die charmanteste Dankesrede der 98. Oscars

40 Jahre nach ihrer ersten Nominierung gewann die 70-jährige Amy Madigan den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle im Horrorfilm „Weapons“ – und hielt die vielleicht sympathischste Dankesrede des Abends. Als sie sich gestern Abend die Beine rasiert habe, habe sie daran gedacht, welche Ehre es sei nominiert zu sein „und dann dachte ich: Was mache ich da eigentlich? Ich trage doch eine Hose“.

Der beste männliche Nebendarsteller, Sean Penn, glänzte übrigens durch Abwesenheit: Für seine Rolle in „One Battle After Another“ gewann der 65-Jährige seinen dritten Oscar – damit schließt er zu Jack Nicholson, Walter Brennan und Daniel Day-Lewis auf. Presenter Kieran Culkin nahm den Goldmann für Penn entgegen.

Anna Wintour und Anne Hathaway: Der Teufel hat Humor

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Meryl Streeps furchteinflößende Miranda Priestley aus „Der Teufel trägt Prada“ die legendäre „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour darstellen soll. Ende April kommt nach 20 Jahren die Fortsetzung in die Kinos. Da war es natürlich passend, dass Wintour zusammen mit Anne Hathaway die Oscars für das beste Kostüm- und Maskenbild präsentierten. Da zeigte die 76-jährige Britin, dass sie durchaus Humor hat: Als Hathaway nach Komplimenten für ihr Kleid fragte, setzte Wintour ungerührt ihre berühmte Sonnenbrille auf und ging dazu über, die Nominierten vorzulesen. Später sagte sie: „Danke, Emily“ – im Film nennt Priestley ihre Assistentin beharrlich beim falschen Namen.

„Golden“-Sängerin Ejae kämpft mit den Tränen

„Alle haben sich über mich lustig gemacht, weil ich K-Pop mochte. Und jetzt singen alle unseren Song“ – KPop-Star Ejae wurde emotional, als sie für ihren Hitohrwurm „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“ den Oscar für den besten Filmsong entgegennahm.

Timothée Chalamet geht ohne Oscar nach Hause

Viele hätten darauf gewettet, dass Timothée Chalamet für seine Rolle als Tischtennis-Ass Marty Mauser in „Marty Supreme“ den Oscar als bester Hauptdarsteller sicher hat. Der aber ging an Michael B. Jordan für dessen Doppelrolle im Südstaaten-Vampirdrama „Blood & Sinners“. In der Kategorie ging auch Leonardo DiCaprio leer aus, dafür wurde sein neuer Schnauzer viel beachtet.

Zauberhaft: Die mit charmantem irischem Akzent vorgetragene Dankesrede von Jessie Buckley, die für ihre Rolle in „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. In dem Film spielt die 36-Jährige Agnes, die Frau des britischen Dramatikers William Shakespeare.

Die Oscar-Gewinner und Gewinnerinnen in der Übersicht

Bester Film: „One Battle After Another“

Bester internationaler Spielfilm: „Sentimental Value“, Norwegen

Beste Regie: Paul Thomas Anderson, „One Battle After Another“

Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley, „Hamnet“

Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan, „Blood & Sinners“

Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan, „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“

Bester Nebendarsteller: Sean Penn, „One Battle After Another“

Bestes Originaldrehbuch: „Blood & Sinners“ (Ryan Coogler)

Bestes adaptiertes Drehbuch: „One Battle After Another“ (Paul Thomas Anderson)

Beste Filmmusik: „Blood & Sinners“ (Ludwig Göransson)

Bester Filmsong: „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“

Bestes Casting: „One Battle After Another“ (Cassandra Kulukundis)

Beste Kamera: „Blood & Sinners“ (Autumn Durald Arkapaw)

Bestes Szenenbild: „Frankenstein“ (Tamara Deverell und Shane Vieau)

Bestes Kostümdesign: „Frankenstein“ (Kate Hawley)

Bestes Make-up und beste Frisuren: „Frankenstein“ (liona Furey, Mike Hill und Jordan Samuel)

Bester Schnitt: „One Battle After Another“ (Andy Jurgensen)

Bester Ton: „F1“ (Gareth John, Al Nelson, Juan Peralta, Gary A. Rizzo, Gwendolyn Yates Whittle)

Beste visuelle Effekte: „Avatar: Fire and Ash“ (Richard Baneham, Daniel Barrett, Joe Letteri, Eric Saindon)

Bester Animationsfilm: „KPop Demon Hunters“

Bester Dokumentarfilm: „Ein Nobody gegen Putin“ (David Borenstein, Helle Faber, Alžběta Karásková und Pawel Talankin)

Bester Dokumentar-Kurzfilm: „All die leeren Zimmer“ Conall Jones und Joshua Seftel

Bester Kurzfilm: „The Singers“ (Sam A. Davis und Jack Piatt) und „Deux personnes échangeant de la salive“ (Natalie Musteata und Alexandre Singh)

Bester animierter Kurzfilm: „Das Mädchen, das Perlen weinte“ von Chris Lavis und Maciek Szczerbowski