London plant ein großes nationales Denkmal für Queen Elizabeth II. im St James’s Park – trotz Kritik an den umfangreichen Eingriffen in die historische Parkanlage.
Wegen einer Statue für Queen Elizabeth (l.) soll das denkmalgeschützte Malborough Gate ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Von Katrin Jokic
Für die verstorbene britische Königin Elizabeth II. soll in London ein nationales Denkmal entstehen. Der entsprechende Antrag wurde vom Planungsausschuss des Westminster City Council einstimmig genehmigt.
Das Denkmal wird im St James’s Park errichtet, konkret am Marlborough Gate, einem der Eingänge zur Parkanlage. Neben einer Statue der 2022 verstorbenen Monarchin ist auch ein Begleitdenkmal für Prinz Philip geplant, der bereits 2021 gestorben ist.
Für die Umsetzung des Projekts sind jedoch Eingriffe in die bestehende Struktur des Parks vorgesehen: Das denkmalgeschützte Marlborough Gate von 1933 soll abgebaut und in veränderter Form weiter südlich wieder aufgebaut werden.
Das Tor ist nicht das einzige, das aktuell in Großbritannien für Ärger sorgt: Prinzessin Kates Schwester, Pippa Middleton, sorgt wegen eines gesperrten Weges in einem Dorf für Unmut.
Umgestaltung zentraler Parkbereiche
Ein zentrales Element der Planung ist zudem der Ersatz der sogenannten Blue Bridge, die den See im Park überspannt. Sie soll durch eine breitere Konstruktion ersetzt werden, deren Design an eine Tiara erinnern soll. Entworfen wurde sie vom Architekturbüro Foster & Partners, das unter anderem auch die Millennium Bridge in London realisiert hat.
Geplant ist außerdem ein Gedenkpfad durch Gärten des Vereinigten Königreichs und des Commonwealth, gestaltet vom Landschaftsarchitekten Michel Desvigne. Ergänzt wird das Konzept durch eine Bronzeskulptur des Künstlers Yinka Shonibare, die als „Windskulptur“ den Commonwealth symbolisieren und mit Pflanzen aus allen 56 Mitgliedsstaaten gestaltet werden soll.
Weitere Elemente sind eine Büste der Queen am Eingang Birdcage Walk sowie ein sogenannter „Discovery Trail“ für Kinder, der mit erzählerischen Elementen ausgestattet sein soll.
Der denkmalgeschützte Trinkbrunnen „The Boy“ wird im Zuge der Arbeiten an den westlichen Rand des Parks in die Nähe eines Spielplatzes versetzt.
Kritik an Größe und Auswirkungen
Kritik an dem Projekt kommt unter anderem von Anwohnern. Cathy Jones von der Queen Anne’s Gate Residents’ Association warnte gegenüber der BBC vor erheblichen Veränderungen des Parkcharakters. Zwar unterstütze man grundsätzlich ein nationales Denkmal für die Queen, nicht jedoch „die nachteiligen Auswirkungen dieser Planung an diesem Standort und in dieser Größenordnung“.
Auch ein Bericht des Westminster City Council räumt ein, dass das Vorhaben mit Eingriffen verbunden sei – etwa durch Baumfällungen und Veränderungen an denkmalgeschützten Strukturen. Diese Nachteile würden jedoch durch den öffentlichen Nutzen des Projekts „deutlich übertroffen“.