Ex-Trigema-Chef bei Maischberger

„Der Anständige ist der Dumme“ – Grupp wütend über KI-Fotos mit Alice Weidel

Was hat Wolfgang Grupp mit der AfD am Hut? Nichts, sagt er. Aber reden sollte man mit der Partei schon, findet der Burladinger Textilunternehmer.

„Der Anständige ist der Dumme“ – Grupp wütend über  KI-Fotos mit Alice Weidel

Wolfgang Grupp hat in der ARD-Talkshow „Maischberger“ Rede und Antwort gestanden.

Von Eberhard Wein

Der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat sich nun selbst zu den Gerüchten über seine angebliche Nähe zur AfD geäußert. Nein, er sei in keiner Partei Mitglied, versicherte der 84-Jährige bei der ARD-Fernseh-Talkshow „Maischberger“. Dies war zuletzt auf verschiedenen Social-Media-Kanälen behauptet worden. Dazu wurden Bilder verbreitet, die Grupp in einer Umarmung mit der AfD-Chefin Alice Weidel zeigen. Mittlerweile wurden diese Bilder als KI-Fakes enttarnt. Das Unternehmen hatte die Berichte umgehend zurückgewiesen.

„Ich habe nichts gegen Frau Weidel“, so Grupp. Allerdings könne es nicht sein, dass „hier mit KI Dinge zusammengeschnitten werden, um jemanden zu kompromittieren“. Grupp hatte 2024 die Leitung seines Burladinger Textilunternehmens an seine Frau und seine Kinder übergeben.

„Brandmauer macht keinen Sinn“

Er habe nie Frau Weidel umarmt. „Unser Rechtsstaat müsste hier einschreiten.“ Allerdings sei der Rechtsstaat schon lange kein Rechtsstaat mehr. „Der Anständige ist immer mehr der Dumme, und der Unanständige wird gehypt.“

Im vergangenen Jahr hatte sich Grupp mit Weidels Co-Vorsitzendem Tino Chrupalla getroffen. Auch bei „Maischberger“ verteidigte er solche Kontakte. „Eine Brandmauer ergibt keinen Sinn“, sagte Grupp. Die Partei werde von vielen Menschen gewählt, also müsse man sich auch mit ihr auseinandersetzen.

Als Unternehmenschef eher ein Diktator

Es sei immer sinnvoll, mit Menschen zu reden, die anderer Meinung seien. Er stehe zum Beispiel den Gewerkschaften fern, in seinem Unternehmen habe es immer nur wenige Gewerkschafter gegeben. Mit Mitarbeitern, die in die Gewerkschaft eingetreten seien, habe er aber „erst recht geredet“.

Die Arbeit der Bundesregierung wollte der 84-Jährige nicht beurteilen. „Ich kann nicht beurteilen, ob Friedrich Merz das richtig macht oder nicht“, sagte Grupp und äußerte für Probleme ein gewisses Verständnis. „Es ist sehr schwierig.“ Demokratie lebe von Kompromissen, das könne er als Chef nicht. Seine Firma habe er eher als Diktatur geführt. „Ich habe schließlich die Verantwortung getragen.“