Fashion-Fauxpas bei der EnBW-Bilanzpressekonferenz. Die beiden Vorstände tragen versehentlich identische Outfits. Stamatelopoulos reagiert mit einem Wortspiel.
Anzug-Zwillinge bei der EnBW: Finanzvorstand Kusterer (links) und Chef Stamatelopoulos bei der EnBW-Bilanzpressekonferenz.
Von Jonas Schöll
Dunkler Anzug, weißes Hemd – und das gleich zweimal: EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos und Finanzvorstand Thomas Kusterer sorgten am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart zunächst für Schmunzeln, bevor es um Milliarden ging. Der Partnerlook war so perfekt, dass selbst der Vorstandschef nicht daran vorbeikam.
„Wer die letzten Jahre verfolgt hat, weiß, dass ich am Anfang ein paar Wortspiele mit Namen mache“, begann Stamatelopoulos seine Rede. „Heute war ich inspiriert vom sehr ähnlichen, fast identischen Outfit meines Kollegen Thomas Kusterer.“
„Das war jetzt auch nicht abgestimmt“
Der CEO versicherte den anwesenden Journalisten: „Das war so jetzt auch nicht abgestimmt.“ Dann lieferte er die philologische Pointe: „Thomas bedeutet Zwilling beziehungsweise der Gepaarte. Also wir treten hier wie ein Paar auf und das macht auch Spaß.“
Tatsächlich arbeiten die beiden Vorstände seit März 2024 zusammen, als Stamatelopoulos das Ruder bei Deutschlands drittgrößtem Energieversorger übernahm. Kusterer war bereits seit 2012 im EnBW-Vorstand und wurde 2023 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.
Humor trotz Gewinneinbruchs
Der lockere Einstieg stand in deutlichem Kontrast zu den Zahlen, die das Duo anschließend präsentierte: Der Konzerngewinn brach 2025 um 75 Prozent auf 450 Millionen Euro ein – hauptsächlich wegen einer 1,2-Milliarden-Abschreibung auf britische Offshore-Windparks.
Dennoch sprach Stamatelopoulos von einem „erfolgreichen Geschäftsjahr“, in dem „wichtige Meilensteine strategisch und operativ sehr gut erreicht“ worden seien. Das bereinigte EBITDA lag mit 5,1 Milliarden Euro im Zielkorridor.
Ob die beiden beim nächsten Mal ihre Garderobe abstimmen – oder demonstrativ unterschiedlich auftreten – bleibt abzuwarten. Die Chemie zwischen den „Zwillingen“ an der EnBW-Spitze scheint jedenfalls zu stimmen.