Jetzt wird es ernst

Deutsche verlieren seit 2020 deutlich an Wohlstand

Viele Verbraucher spüren es im Portemonnaie, neue Zahlen belegen es: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Einkommen deutlich langsamer gestiegen als die Preise. Die Bürger verlieren an Kaufkraft und Wohlstand.

Deutsche verlieren seit 2020 deutlich an Wohlstand

Das Geld sitzt den Deutschen nicht mehr so locker wie früher. Die Wohlstandsbasis schmilzt ab.

Von Markus Brauer/KNA

Die Einkommen in Deutschland sind seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise. Während die Inflation im Zeitraum von 2020 bis 2025 bei 21,8 Prozent lag, legten die Einkommen im gleichen Zeitraum nur um gut 11 Prozent zu.

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erfragt hat. Normalverdiener haben somit erheblich an Kaufkraft und Wohlstand eingebüßt.

Einkommen steigt, Inflation noch mehr

Das mittlere Einkommen (Median) erhöhte sich demnach in diesem Zeitraum nur um 11,2 Prozent. Es stieg von 26.008 Euro auf 28.913 Euro. Das Durchschnittseinkommen kletterte laut Zahlen des Bundesamtes im selben Zeitraum ebenfalls nur um 11, 7 Prozent – von 29.896 Euro auf 33.385 Euro.

Das Median-Einkommen markiert genau die Mitte: Die eine Hälfte aller Menschen verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Anders als das Durchschnittsgehalt wird das Median-Einkommen nicht durch wenige extrem hohe oder niedrige Gehälter verzerrt. Die genannten Zahlen umfassen alle Einkommensarten, auch die von Selbstständigen und Freiberuflern.

Wagenknecht: Zurück zu Nord Stream und russischem Öl

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sagt: „Die neuen Zahlen zeigen, dass die Mehrheit der Bürger seit Corona und Ukraine-Krieg erheblich an Wohlstand verloren hat. Das sind keine kleinen Einschnitte, sondern massive Kaufkraftverluste. Die Politik der vergangenen fünf Jahre hat die Deutschen deutlich ärmer gemacht.“

Wagenknecht fordert von der Bundesregierung, den CO2-Preis abzuschaffen, die Pipeline Nord Stream zu reaktivieren und wieder russisches Öl einführen, um Wirtschaft und Verbraucher vor weiter steigenden Energiepreisen zu schützen. Wegen des Angriffs auf den Iran drohe den Verbrauchern „an der Zapfsäule und im Heizkeller, aber auch der Industrie neue Preisschocks“.

Betrachtet man nur die Löhne, so hatten die Reallöhne – also Löhne unter Berücksichtigung der Inflation – zuletzt laut Statistischem Bundesamt wieder aufgeholt. 2025 hatte der Reallohnindex fast wieder das Reallohnniveau des Jahres 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie erreicht.