Die Deutsche Welle wird künftig ohne offizielle Bilder und Videos vom Weißen Haus arbeiten.
Der Auslandssender Deutsche Welle zeigt sich solidarisch mit den von US-Präsident Donald Trump aus dem Weißem Haus ausgeschlossenen Medien und zieht Konsequenzen. Die DW werde „bis auf Weiteres auf ihren deutschen und englischsprachigen Kanälen kein Bild- oder Videomaterial verwenden, das vom Weißen Haus selbst produziert und über dessen offizielle Kommunikationskanäle veröffentlicht wird.“ Das teilte das Medienunternehmen mit, das Nachrichten in mehr als 30 Sprachen ausstrahlt.
DW sorgt sich um die Pressefreiheit
Trump hatte den Sendern CNN und MS NOW sowie dem Nachrichtenportal „Politico“ den Zugang zum Weißen Haus untersagt. Diese gehen dagegen gerichtlich vor, sehen eine Bedrohung für die Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf unabhängigen Journalismus. Am Montagabend (Ortszeit) ging das Weiße Haus mit einem eigenen Online-Kanal auf Sendung: Der Stream namens „Trump TV“ zeigte zunächst Reden des Präsidenten sowie Übungen der US-Streitkräfte und soll den Angaben zufolge täglich nonstop laufen.
Die Deutsche Welle betonte: „Der Ausschluss von Medien aufgrund ihrer Berichterstattung ist ein beunruhigendes Signal für die Pressefreiheit.“ Medienvertretern müsse freier und gleichberechtigter Zugang zu staatlichen Institutionen gewährt werden. Das sei wesentliche Voraussetzung für eine unabhängige Berichterstattung und das Recht der Öffentlichkeit auf vielfältige Informationen. Die Trump-Regierung geht seit längerem systematisch gegen Medien vor, die kritisch über die Politik des Präsidenten berichten.
DW wird nun mit weniger Bildmaterial arbeiten
Aktuell steht von einigen Terminen des US-Präsidenten weniger unabhängiges Bild- und Videomaterial zur Verfügung, weil führende US-Fernsehsender aus Solidarität ihre gemeinsame Pool-Berichterstattung vorübergehend eingestellt haben. Die DW will sich nun ausschließlich auf Material stützen, das von eigenen Reportern und weiter zugelassenen Medienvertretern erstellt wurde.
„Mit dieser Entscheidung bekräftigt die DW ihr Engagement für Pressefreiheit, Medienpluralismus und unabhängigen Journalismus weltweit“, hieß es in Bonn. Mit den TV-, Online- und Radioangeboten erreicht der Auslandsrundfunk nach eigenen Angaben jede Woche 337 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.