Apple hat am Montag bei einer Keynote neue KI-Tools für iPhone, iPad und Mac vorgestellt. Für Apple-Fans in Deutschland gab es eine Enttäuschung.
Besucher bei der WWDC: Apple veröffentlicht seine neue Sprachassistentin Siri AI vorerst nicht in Deutschland.
Von Jörg Breithut
Die antiquierte Sprachassistentin Siri soll endlich besser werden: Der US-Konzern Apple hat am Montagabend eine neue Version des Tools angekündigt. Der hauseigene Chatbot soll künftig auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) antworten und bekommt sogar eine eigene App spendiert. Siri soll damit konkurrenzfähig werden mit Tools wie Claude und ChatGPT, die sich Wissen selbst antrainiert haben und auf hohem Niveau antworten.
Es wird höchste Zeit, dass Apple ihre Sprachassistentin aufmotzt. Schon vor zwei Jahren hatte Apple einen Ausblick auf neue Funktionen mit KI gegeben. Dann gab es Verzögerungen. Siri verblasst gegen Techkonzerne wie Google Gemini, die längst die Messlatte höher gelegt haben. Nun setzt Apple auf eine neue Technologie mit präziseren Antworten und einer weniger roboterhaften Stimme.
Eine eigene Siri-App soll Unterhaltungen auf Telefon, Tablet und Laptop speichern. Auch andere Apps sollen von den neuen KI-Tools profitieren. Die Karten-App soll Routen erstellen zu einem Fotomotiv, der Kalender soll Konzerttermine auf Nachfrage eintragen und die Fotoperspektive soll im Nachhinein geändert werden können, indem die Umgebung künstlich generiert wird.
Apple verspricht, dass alle Gespräche zwischen Siri und den Apple-Anwendern auf den Geräten bleiben und weder von Apple noch von Drittanbietern eingesehen werden können. Das ist der große Pluspunkt, den Konkurrenten wie Google und Anthropic nicht anbieten.
Dennoch hat Apple offenbar nicht alle juristischen Hürden genommen, die KI-Tools auch innerhalb der EU anzubieten. Deutsche Nutzerinnen und Nutzer müssen sich laut Apple noch gedulden. Das Tool wird zunächst in den USA veröffentlicht. Hierzulande liegt Apple noch im Clinch mit den Regulierungsbehörden.
Lediglich auf Macs und der Apple Watch darf Siri AI genutzt werden – auf iPhones und iPads hält bei iOS und iPadOS 27 vorerst die alte Siri die Stellung. In den vergangenen Monaten habe die EU keine der vorgelegten Lösungen akzeptiert, heißt es bei Apple. „Wir sind sehr enttäuscht, dass unsere Nutzer*Innen in der EU Siri AI auf dem iPhone oder iPad nicht nutzen können, wenn wir unsere neuen Softwareversionen später in diesem Jahr veröffentlichen“, sagt Apple-Chefentwickler Craig Federighi.
Es war die letzte WWDC-Keynote mit Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.