Iran-Krieg

Die Scheichs wollten Schutz. Sie bekamen das Gegenteil

Die Golf-Monarchen wähnten sich sicher durch US-Militärbasen in ihren Staaten. Doch dann kam der Iran-Krieg mit fatalen Konsequenzen, kommentiert Rainer Pörtner.

Die Scheichs wollten Schutz. Sie bekamen das Gegenteil

US-Besuch im Jahr 2025 in Katar: der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, empfing Präsident Donald Trump auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid.

Von Rainer Pörtner

Die Lufthansa kündigt an, dass sie eine Vielzahl von Flughäfen im Nahen Osten frühestens im Herbst wieder anfliegen will. Zur Begründung werden betriebliche Probleme und Sicherheitsrisiken genannt. Andere Airlines entscheiden ähnlich. Die Produktion und Auslieferung von Öl wie Gas aus der Golfregion wird erst in vielen Monaten wieder auf dem alten Stand sein, selbst wenn sich die Straße von Hormus ab sofort wieder frei befahren ließe.

Der Iran-Krieg ist für die Golfstaaten eine Katastrophe. Sie waren gegen diesen Krieg, gehören aber jetzt zu den wichtigsten Opfern. Hinter den Kulissen bemühen sich der Sultan von Oman und andere Golf-Monarchen um ein schnelles Ende der Kämpfe. Sie brauchen dringend einen Sieg der Diplomatie, denn dieser Krieg kann ihr Wirtschaftsmodell auf Jahrzehnte schädigen.

Golfstaaten wurden zum Angriffsziel des Iran

Dieses Modell, eine faszinierende Glitzerwelt, basierte auf hohen Einnahmen aus Öl- und Gas, das Geld steckten die Monarchen in zukunftsträchtige Geschäfte. Die Golfstaaten waren der Knotenpunkt des globalen Flugverkehrs, ein Katalysator für Innovationen. Sie lockten Touristen, Influencer und Finanzinvestoren in Scharen an – und konnten ihnen einen Aufenthalt in größtmöglicher Sicherheit versprechen. Das gilt jetzt nicht mehr.

Die Scheichs hatten den USA erlaubt, in ihren Ländern Militärbasen zu bauen und zu nutzen. Sie hofften, das würde ihnen Schutz gegen den Iran bringen. Tatsächlich bekommen haben sie Krieg und Unsicherheit.