Über die Osterfeiertage schlagen Diesel-Diebe auf Baustellen zu – und machen Beute im Wert von Tausenden Euro. Wie sie dabei vorgehen und wovon die Polizei ausgeht.
Dieb stiehlt nächtlich Diesel aus dem Tank eines Lkws (Symbolfoto).
Von red/dpa/lsw
Der Beutezug dürfte sich angesichts der enorm gestiegenen Benzinpreise gelohnt haben: Diebe haben über die Osterfeiertage auf zwei Baustellen im Raum Pforzheim und Calw insgesamt rund 6.000 Liter Diesel gestohlen. Auf der A8-Großbaustelle bei Pforzheim zapften sie an Tankcontainern und Baustellenfahrzeugen knapp 4.000 Liter ab, wie die Polizei mitteilte. Ebenfalls an einem dieser Tage schlugen Unbekannte auf einer Baustelle in Calw zu und stahlen rund 2.000 Liter.
„Aufgrund der Menge des Diebesgutes ist davon auszugehen, dass die Täter ein größeres Fahrzeug oder gar einen Lastwagen zum Abtransport nutzten“, teilte die Polizei mit. Sie sucht nun Zeugen, die etwas Auffälliges an der Baustelle bemerkt haben könnten.
LKA: Kraftstoffpreise treiben Fallzahl hoch
Die Methode ist typisch für organisierte Kraftstoffdiebstähle: Tankdeckel werden geknackt oder Tanks angebohrt, dann wird der Diesel mit einem Schlauch abgelassen.
Kein Einzelfall im Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim, aber in dieser Menge ungewöhnlich: Seit Anfang März seien insgesamt 29 Kraftstoffdiebstähle erfasst worden, sagte ein Polizeisprecher. Neun davon an Großfahrzeugen und Baustellenfahrzeugen, hinzu kamen 20 Fälle an Tankstellen. Das Landeskriminalamt rechnet damit, dass die stark gestiegenen Kraftstoffpreise die landesweiten Fallzahlen weiter in die Höhe treiben werden.
Experten empfehlen Baustellenbetreibern, Fahrzeuge, wenn möglich, in gesicherten Bereichen abzustellen, Tankdeckel mit Schlössern zu sichern und auf Videoüberwachung zu setzen.