US-Präsident nennt Klimaschutz „Betrug“

Donald Trump lockert Methan-Vorschriften bei Öl und Gas

US-Präsident Donald Trump stoppt die Reduzierung von Methanemissionen. Das Gas ist für ein Drittel der Treibhausemissionen verantwortlich.

Donald Trump lockert Methan-Vorschriften bei Öl und Gas

Donald Trump will Auflagen für die Öl-Industrie kippen.

Von Christian Gottschalk

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, seine Regierung werde eine Regelung aus der Biden-Ära „beenden“, die darauf abzielte, die klimaschädlichen Methanemissionen aus der Öl- und Gasförderung zu reduzieren.

Trump sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Texas, die Änderung würde Unternehmen und Verbrauchern Milliarden von Dollar sparen und 210 Millionen Barrel Öl freisetzen. Das entspricht etwa dem Ölverbrauch der USA in zehn Tagen. Mit diesem Schritt sollen mehr inländische Ölbohrungen gefördert werden. Trump steht in der Kritik, weil sein Krieg gegen den Iran die Treibstoffpreise in die Höhe getrieben hat. Vor den Zwischenwahlen drängt er nun auf Maßnahmen, die dazu dienen sollen, die Energiekosten zu senken.

Hilfe für Kandidaten in Texas

Der Präsident unterstützte bei zwei Auftritten in Texas den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton, der sich laut Umfragen bei den Zwischenwahlen am 3. November ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Demokraten James Talarico liefert. Texas ist gewöhnlich eine sichere Bank für die Republikaner. Texas ist mit Abstand der führende Förderstaat fossiler Brennstoffe in den USA.

Trump nannte den Klimaschutz dabei erneut „Betrug“ und kritisierte, dass sich Talarico für grüne Energien einsetze. Der Präsident sagte, Bidens Plan würde „die kleinen Betriebe mit lähmenden Regulierungen erdrücken“. „Ich beende hiermit offiziell Bidens teure und unnötige Methanvorschriften, die Verbrauchern und Energieerzeugern 45 Milliarden Dollar an Kosten ersparen würden“, sagte Trump.

Methan ist nach Schätzungen von Wissenschaftlern für etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich, die zur Erderwärmung beitragen. Die Reduzierung von Methanemissionen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer globalen Priorität entwickelt, um den Klimawandel zu verlangsamen. Die Öl- und Gasförderung ist die größte industrielle Quelle von Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas, das kurzfristig weitaus schädlicher für die Atmosphäre ist als Kohlendioxid.

Auch unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama versuchten die Behörden, die Methanemissionen aus der Öl- und Gasförderung einzudämmen. Auch diese Bemühungen wurden während Trumps erster Amtszeit zurückgefahren. Laut der Internationalen Energieagentur sind die Vereinigten Staaten der weltweit größte Emittent von Methan aus ihrem Öl- und Gassektor, gefolgt von Russland.

Donald Trump lockert Methan-Vorschriften bei Öl und Gas

Das Publikum in Texas lauscht den Worten von Donald Trump.