Ausflugstipps für die Region

Entschleunigung im oberschwäbischen Allgäu

Die närrischen Tage sind vorbei. Für viele kehrt jetzt eine Zeit der bewussten Entschleunigung ein: Spaziergänge, Stille und vielleicht die Besichtigung einer Kapelle am Wegesrand.

Entschleunigung im oberschwäbischen Allgäu

Geheimnisvoll und still: Heiligen Kreuz Kirche in Bad Wurzach

Von Dominika Bulwicka-Walz

Waren die vergangenen Tage noch laut, schrill und voller Rummel, suchen viele Menschen nun bewusst die Stille, Ruhe und Meditation und wählen den bewussten Rückzug. Spaziergänge und ruhige Momente im Kreis der Familie haben für viele nun Vorrang. Dafür bieten sich ganz wunderbar Spaziergänge im Oberschwaben-Allgäu, wo versteckt kleine Kapellen, Orte der Ruhe, zu finden sind. Und jede davon ist ein Kleinod. Sechs besonders sehenswerte stellen wir hier vor.

St. Mauritius Kapelle auf einem Moränenhügel

Die Moränenhügel, auch Drumlins genannt, sind für die Oberschwäbische Landschaft typisch. Eine Besonderheit ist, dass auf ihnen oftmals Kapellen errichtet wurden, eingebettet in die Landschaft und einsam und alleine. Eine solche Kapelle ist die St. Mauritius Kapelle (auch Volkertshaus Kapelle genannt) in Bad Waldsee. Ihre Errichtung lässt sich ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Und ihr Um- und Ausbau dauerte sage und schreibe 600 Jahre lang.

Loretokapelle am südlichen Ortsrand

Am südlichen Ortsrand von Wolfegg liegt auf einem Moränenhügel die Wolfegger Loretokapelle. Stille und Natur umgeben die kleine weiße Kapelle. Das Bauwerk entstand 1668 und der Name der Kapelle verweist auf den gleichnamigen italienischen Wallfahrtsort. Die Entstehung des Bauwerks geht auf Graf Maximilian Willibald von Waldburg-Wolfegg zurück.

Er bestimmte testamentarisch ihre Errichtung, da ihm als kaiserlichem Feldmarschallleutnant der Urlaub abgeschlagen wurde, den er für eine Wallfahrt nach Loretto nutzen wollte. Besonders schön sind im Inneren die 13 Fresken und Freskenfragmente, die wohl noch aus der Entstehungszeit der Kapelle stammen.

Wahrzeichen des Dörfchens: Heilig-Kreuz-Kapelle

In die wunderschöne Landschaft eingebettet, liegt die Heilig-Kreuz-Kapelle. Man kann die Stille und Ruhe an diesem Ort regelrecht fühlen. Seit Jahrhunderten ist die Heilig-Kreuz-Kapelle das Wahrzeichen des Dörfchens Amtzell. Ihre erste Erwähnung geht auf das Jahr 1468 zurück. Der Bau in seiner heutigen Form stammt allerdings aus dem Jahr 1685. Die Glocke der Kapelle wurde übrigens 1660 in Lindau gegossen.

An der Oberschwäbischen Barockstraße: Josefskapelle Sigmaringen

Die Josefskapelle in Sigmaringen gehört zu den Ausflugszielen an der Oberschwäbischen Barockstraße. Der reizende oktogonale Kuppelbau besticht durch seine Farbpracht. Für die äußere Erscheinung war der Renaissancebaumeister Hans Albertal verantwortlich. Die barocke Innenausstattung stammt aus dem Jahr 1739 und trägt die Handschriften von Nikolaus Schütz aus Landsberg und Josef Ignaz Wegscheider aus Riedlingen.

Eine Besichtigung ist nach Voranmeldung unter 07571/3104 oder im Rahmen einer öffentlichen Führung möglich.

Barockes Kleinod: Maria Schray

Am nördlichen Stadtrand von Pfullendorf befindet sich ein barockes Kleinod, die Maria Schray Kapelle. Wahrscheinlich wurde sie bereits vor 1360 erbaut, allerdings während des 30-jährigen Kriegs im Jahr 1632 von den Schweden niedergebrannt. Der Wiederaufbau begann nach dem Ende des Kriegs im barocken Stil.

In den Sommermonaten ist die Kirche bis 18 Uhr und in den Wintermonaten bis 17 Uhr geöffnet

Ein Hingucker: Bad Wurzacher Wallfahrtskirche

Die Heiligen Kreuz Kirche ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Hingucker. Zum einen ist es ihre Lage auf dem Gottesberg. An klaren Tagen können Besucherinnen und Besucher das Alpenpanorama bewundern. Zum anderen ist es das Bauwerk selbst. Die Barockkirche entstand 1709 und ist eine kunsthistorische Sehenswürdigkeit. Zwar ist die Heiligen Kreuz Kirche keine Kapelle aber in jedem Fall einen Besuch wert.